Kriegstagebuch 8. November 1918

Ankunft der deutschen Waffenstillstands-Delegation

Ankunft der deutschen Waffenstillstands-Delegation zur Entgegennahme der Bedingungen.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 8. November 1918:

Westfront

Frankreich: Die DEUTSCHE WAFFENSTILLSTANDS-DELEGATION unter der Leitung von Erzberger TRIFFT FOCH um 9 Uhr und schickt die Bedingungen um 13 Uhr nach Berlin. DIE DEUTSCHE OBERKOMMANDIERENDEN TEILEN DEM KANZLER DES KAISERS EINSTIMMIG MIT, DASS MAN SICH NICHT AUF DIE ARMEE VERLASSEN KANN, WENN IHR BEFOHLEN WIRD, AUFSTÄNDE ZU HAUSE NIEDERZUSCHLAGEN.
Die deutschen Truppen ziehen sich aus der Hermann-Linie zurück (Oudenarde-Tournai-Conde). Das BEF beginnt mit dem Vorstoß in die Waffenstillstands-Linie (18.000 Kriegsgefangene seit dem 1. November). Die Zweite und Erste US-Armee und 4 französischen Armeen beginnen mit dem abschließenden Vormarsch.
Sambre: Die britische 32. Division (Vierte Armee) erobert Avesnes.
Schelde: Die Deutschen beginnen, sich um 02:00 Uhr gegenüber der Fünften Armee der BEF zurückzuziehen. Britische Patrouillen entdecken bald den verlassenen deutschen Brückenkopf westlich von Antoing-Tournai und britische Truppen erreichen dann schnell das Westufer von Bruyelle bis nach Froyennes und überqueren den Fluss.

Ostfront

Polen: Die polnischen Führer teilen den Österreichern mit, dass sie die Souveränität über Galizien übernommen haben.

Politik

Frankreich: Die deutsche Waffenstillstands-Delegation erreicht das Hauptquartier von Foch.
Deutschland: Prinz Maxs Proklamation an die Deutschen im Ausland. Der König von Württemberg und der Herzog von Braunschweig danken ab. Pilsudski wird aus Haft in der Festung Magdeburg nach Berlin entlassen und kommt am 10. November in Warschau an.
USA: Wilson gratuliert per Telegramm den neuen Regierungen in Wien, Budapest und Prag.
Großbritannien: Der Blockade-Minister warnt davor, dass die Übergabe feindlicher Schiffe an andere Staaten nicht erkannt wird.

Heimatfronten

Deutschland: Revolutionäre besetzen elf Großstädte. Volksmassen in München fordern die Abdankung des Kaisers. Truppen besetzen in Berlin wichtige Dienststellen. Bayerische Bataillone erreichen den Brennerpass, um ihn gegen die Alliierten zu bewachen, gehen aber am 10. November nach Hause. Der belgische Bürgermeister von Brüssel, Adolphe Max, entkommt aus Goslar.
Österreich-Ungarn: Kriegsminister und Kaiser ordnen an, dass ein neuer Treueid denjenigen auf den Kaiser ersetzt.
Großbritannien: Herausgabe der letzten Importbeschränkungen in Kriegszeiten (erste Lockerungen am 14. November).

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