Kriegstagebuch 7. November 1918

Australische Truppen marschieren

Australische Truppen marschieren an der Westfront vorwärts.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 7. November 1918:

Westfront

Frankreich: Die Deutschen schicken eine Funknachricht an Foch mit Namen der Gesandten für die Waffenstillstands-Gespräche, welche von Spa um 12 Uhr abreisen. Foch antwortet, dass sie in den Wald von Compiegne kommen müssen. Haig befiehlt, dass die britische ‘Vierte, Dritte und Erste Armee am 8. November ihre derzeitigen Operationen fortsetzen sollen … bis zur Linie Avesnes-Maubeuge-Mons (Avesnes-Straße); Vorausabteilungen und die berittenen Truppen sollen darüber hinaus vorstossen … um den Kontakt mit dem Feind zu halten … Die Fünfte und Zweite Armee … mit der Flandern-Armeegruppe sollen am 11. November … einen Übergang über die Schelde erzwingen und dann den Feind zurück über den Fluss Dendre treiben.’
Rekordanzahl von 190.564 US-Soldaten in 23 Lazaretten und 21 Lazarettzügen. Die französische Armee verfügt über 185 Lazarettzüge gegenüber 8 im Jahr 1914.
Sambre: Britische Truppen stossen 8 km durch Avesnes und Bavai nach Haumont vor, 5 km westlich von Maubeuge.
Schelde: ‘Hass-Beschuss’ der deutschen Artillerie auf Oudenarde, schwere Verluste unter der Zivilbevölkerung. Um 19:15 Uhr schickt Petain ein Telegramm ‘… Die Reserve-Armeegruppe soll die britische rechte Flanke unterstützen und ihre Hauptanstrengungen auf die Chimay-Enge (vor Givet an der Maas) richten; die Zentrale Armeegruppe soll Mezieres, Charleville und Sedan sichern und einen Brückenkopf über die Maas errichten’.
Maas und Argonnen: Die 29. US-Division und die französische 10. Kolonialdivision treffen bei Borne de Cornoiuller hinter der Maas zusammen, nachdem sie seit dem 3. November im Kampf gestanden haben. 15.000 Mann US-Verluste seit dem 26. September. Die Dritte US-Armee wird gebildet.

Südfronten

Serbien: Franchet d’Esperey und der serbische Kronprinz betreten Belgrad unter Triumphbögen und treffen Karolyis ungarische Delegation, die am 5. November Budapest verließ und denen sie die Waffenstillstands-Bedingungen übergeben.
Österreich-Ungarn: Die Österreicher informieren die Italiener, dass sich Teile des II. Bayerischen Korps dem Brennerpass nähern.

Naher Osten

Allenby gibt die anglo-französische Erklärung zur Befreiung der östlichen Völker von der türkischen Herrschaft ab.
Syrien: Die Hauptquartiere von Yilderim und der Siebten Armee werden geschlossen; Kemal Pascha wird nach Konstantinopel zurückberufen und Nihad Pascha vom Kommando der Zweiten Armee übernimmt.

Seekrieg

Nordsee: Einsätze der Harwich Force bis zum 8. November können nicht verhindern, dass sich einige deutsche Dampfer in Holland internieren, indem sie in niederländische Hoheitsgewässern einlaufen. Der erste See-Lord der Admiralität, Sir R. Wemyss, wird zum britischen Marinebeauftragten für die Waffenstillstands-Verhandlungen bestimmt. Beatty schreibt: ‘Die Flotte, meine Flotte, ist niedergeschlagen (da ihr die Schlacht verwehrt wurde), aber sie ist immer noch wunderbar, die wunderbarste Sache der Schöpfung.’

Politik

Deutschland: BAYERN ZUR REPUBLIK ERKLÄRT durch den preußischen Juden Kurt Eisner in München, als König Ludwig III. nach Österreich flieht (offiziell abgesetzt am 8. November, ‘abgedankt’ am 16. November).
Schweiz: Die Jugoslawische Konferenz in Genf beschließt eine gemeinsame Regierung.

Heimatfronten

Deutschland: Die Mehrheit der Sozialisten fordert die Abdankung von Kaiser und des Ministerpräsidenten bis zum Mittag des 8. November, ziehen aus dem Reichstag aus und rufen einen Generalstreik für den 8. November aus. Einrichtung des Demobilisierungs-Amts. General Linsingen mit Befehl in Brandenburg verbietet Sowjet-Räte. Matrosen besetzen Köln trotz einer 45.000 Mann starken Garnison.
USA: Eine Falschmeldung über einen Waffenstillstand führt in New York zu Feierlichkeiten.
Großbritannien: Das Arbeitsministerium bildet die Abteilung für zivile Demobilisierung und Versetzungen. Churchill kündigt an, dass die Munitionsproduktion ‘mit reduzierter Geschwindigkeit weitergeht’ (nicht weniger als die Hälfte am 9. November, tritt in Kraft am 11. November).
Elsass: Pro-französische Demonstrationen in Straßburg.

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