Kriegstagebuch 6. September 1914

Panoramagemälde der Schlacht an der Marne

Panoramagemälde der Schlacht an der Marne: das BEF mit drei Keilen in der Mitte schiebt sich in die Lücke zwischen Klucks und Bülows Armeen.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 6. September 1914:

Westfront

Marne: Kluck befiehlt zwei seiner vier Korps, welche südöstlich von Paris vorrücken, dem IV. Reserve-Korps in Eilmärschen zu Hilfe zu kommen. Dem gegenüber steht auch der spätere Marschall Juin mit einer marokkanischen Brigade. Später ruft Kluck auch die zwei verbliebenen Korps zurück, wodurch eine 50 km breite Lücke zwischen seiner und Bülows Armee entsteht, in welche das Britische Expeditionskorps und die französische Fünfte Armee hinein marschieren. Deutsche Truppen erreichen Provins, 13 km von der Seine entfernt und der südlichste Punkt des deutschen Vordringens. Foch kämpft um die Sümpfe von St. Gond gegen Bülow und Hausen und kann bis zum nächsten Tag zu halten, wobei Villeneuve drei mal den Besitzer wechselt.
Lothringen: Die deutsche Siebte Armee wird aufgelöst. Ein Korps wird nach Westen zum Fluss Ourcq geschickt, zwei der Sechsten Armee unterstellt. Die französische 72. Reserve-Division unternimmt Ausfälle von Verdun aus.
Elsass: Die französischen Deckungstruppen der Burgundische Pforte vereinigen sich mit der 58. Division bei Thann und besetzen bis zum 9. September drei Dörfer, ziehen sich aber nach einem Gegenangriff von General Gade am 11. September wieder hinter die Grenze zurück. Am 18. September kehren sie wieder zurück und besetzen Dannemarie auf Dauer.

Ostfront

Polen: Das österreich-ungarische Zentrum von Dankls Armee wird bei Krasnostaw am Fluß Vyeprj südlich von Lublin gebrochen.
Galizien: Schlacht von Grodek südwestlich von Lemberg bis zum 12. September: Brusilow gegen die Österreicher, deren Zweite Armee nach vergeblichen Angriffen vom Süden aus trotzdem in Panik gerät. Die österreich-ungarischen Truppen graben sich ein.

Südlichen Fronten

Serbien: Die Serben setzen mit Lastkähnen ab 1 Uhr in der Nacht über den Fluss Save östlich von Mitroica und an der Flußschleife von Kupinova in das serbisch-besiedelte Syrmien über.
Ungarn: Die österreich-ungarischen Truppen unter Krauss nehmen 5.000 Mann der serbischen 1. Timok-Division gefangen, welche versuchten über eine nicht fertiggestellte Pontonbrücke wieder über den Fluss Save zurückzugehen. Der Brückenkopf bei Kupinova und zwei Dörfer können jedoch von den Serben gegen Landsturm-Einheiten gehalten werden.

Afrikanische Fronten

Kamerun: 220 Briten (von den 62 entkommen können) werden von 500 Deutschen (126 Gefallene) bei Nsanakang geschlagen und 2 Kanonen und 5 MGs erbeutet. Französische Truppen aus Gabun werden ebenfalls bei Mibang geschlagen.
Ostafrika: 200 Deutschen werden in der Nähe von Tsavo geschlagen, wo erstmals indische Truppen zum Einsatz kommen.

Neutrale

Osmanisches Reich: Zimmermann kabelt dem deutschen Botschafter Wangenheim in Konstantinopel ‘… Unruhen in Arabien, Nordafrika und am Persischen Golf zu schüren.’
Die türkische Dritte Armee in Armenien wird darüber informiert, dass die Armenier die Russen kontaktieren. Die Regierung schickt in die armenisch-besiedelten Provinzen verschlüsselte Geheimnachrichten. daß deren Führer überwacht werden sollen.

Heimatfronten

Deutschland: Der Kaiser läßt eine Proklamation an die französische Bevölkerung verfassen, da er eine Anfrage Joffres zu einem Waffenstillstand erwartet.
Belgien: Generalleutnant Deguise wird zum Gouverneur von Antwerpen gemacht. Ein regelmäßiger Bootsverkehr für Flüchtlinge beginnt auf der Route Tilbury-Antwerpen.

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