Kriegstagebuch 6. Juni 1915

Hull nach Luftschiff-Angriff

Englische Feuerwehrleute und Retter durchkämmen die Ruinen eines Hauses nach dem deutschen Luftschiff-Angriff auf Hull.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 6. Juni 1915:

Luftkrieg

Großbritannien: Der Zeppelin L9 wirft 52 Bomben auf Hull innerhalb von 20 Minuten um Mitternacht ab (62 zivile und 2 militärische Opfer). 3 Heeres-Luftschiffe mit dem Ziel London in der Nacht vom 6./7. Juni müssen alle vorzeitig zurückkehren. Dabei wird LZ38 an seinem Dock in Brüssel-Evere durch 2 Bomben der Farman von Wilson und Mills des Royal Navy Flying Corps zerstört. Flieger-Leutnant R. Warneford von der 1. Staffel des Royal Navy Air Service in einer Morane Typ ‘L’ verfolgt LZ37 (Haegen) von Ostende nach Gent trotz schwerem Abwehrfeuer und zerstört es durch Luft-zu-Luft-Bombardierung mit sechs 20-Pfund-Bomben, welche er 50 m über dem Luftschiff abwirft. 9 Mann der 10-köpfigen Besatzung kommen dabei ums Leben. Steuermann Mühter überlebt einen freien Fall aus 2.500 m Höhe, bei dem er krachend durch ein Klosterdach stürzt, wobei allerdings 4 Nonnen getötet werden. Durch die große Explosion beschädigt, muß Warneford für 35 Minuten hinter den deutschen Linien notlanden, um die zerborstene Benzinzufuhr zu reparieren. Dafür wird ihm am 8. Juni das erste Victoria Cross des Royal Navy Air Service verliehen. Er kommt anschließend am 17. Juni ums Leben. als der Schieberschwanz seiner Farman zusammenbricht. Das überlebende LZ39 wird zur Ostfront verlegt und die vorgeschobenen Basen der deutschen Heeres-Luftschiffe werden aufgegeben.
Ostfront: Der russische schwere Bomber Sikorsky IM wird schwer beschädigt und sein Kommandeur verwundet, als dieser durch deutsche Jäger angegriffen wird, von denen 1 abgeschossen wird.

Westfront

Aisne: 4 französische Brigaden starten einen Angriff auf den deutschen Frontbogen südlich von Quennevieres, zwischen der Olse und Aisne. Nur geringe Fortschritte für 7.913 Mann Verluste bis zum 16. Juni.

Ostfront

Galizien: Der britische Verbindungsoffizier Major Neilson meldet: ‘Diese (russische Dritte) Armee ist jetzt nur noch ein harmloser Mob’. Lesh hat Radko als Befehlshaber ersetzt.
Die österreich-ungarische Siebte Armee gewinnt wieder Kontakt mit der deutschen Südarmee, welche Zurawno am Nordufer des Dnjestr nimmt. Sie wird aber am 9. Juni wieder vertrieben, nimmt es dann wieder am 11. Juni, wird aber am 13. Juni nördlich davon zum stehen gebracht.

Mittlerer Osten
Gallipoli – Helles-Brückenkopf: Die britische 52. Division beginnt mit der Anlandung.

Seekrieg

Deutschland: Berlin befiehlt allen U-Boot-Kommandanten, große Passagierschiffe nicht anzugreifen (wird aber nicht strikt eingehalten).
Adria: Der französische Minenleger-Kreuzer Casablanca sinkt auf einer ihrer eigenen Minen.

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