Kriegstagebuch 6. Dezember 1914

38-cm-Kanone L/45

Bereits im Herbst 1914 hatte die Oberste Heeresleitung 6 Schießgerüste für 38-cm-Schnelladekanonen L/45 im Auftrag gegeben, welche nur unter großem Zeitaufwand an der Westfront in Stellung gebracht werden konnten. Jede Kanone kann alle 4-10 Minuten eine 400-800 kg schwere Granate über 24-47,5 km Entfernung verschießen.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 6. Dezember 1914:

Westfront

Dünkirchen wird von deutschen 38-cm-Marinegeschützen beschossen (sowie Furnes am 8. Dezember), welche über 30 km östlich in Flandern in Stellung gebracht worden sind. Im ‘Grossen Alliierten Hauptquartier’ heißt es, daß ein deutscher Rückzug vorerst nicht zu erwartet sei, aber eine Offensive am 13. Dezember begonnen werden soll, um zu versuchen die eigenen Truppen zu ermutigen und den Russen zu helfen.

Ostfront

Polen: Die Russen räumen Lodz und ziehen sich auf die Bzura-Rawka-Flusslinie zurück.

Südfronten

Serbien: Das österreich-ungarische Zentrum und die rechte Flanke sind in vollem Rückzug, bergab in Richtung Kolubara. Krauss und das österreich-ungarische VIII. Korps greifen südlich von Belgrad aus an, aber die serbische Zweiten Armee hält bis zum nächsten Tag, als sie zurückgedrängt wird. Die serbische Dritte Armee erreicht den Fluss Lig und die Erste Armee verfolgt die fliehenden österreich-ungarischen Truppen.

Afrikanische Fronten

Ostafrika: Etwa 500 britischen Soldaten erobern zwei Außenposten an der Grenze von Uganda zurück.

Seekrieg

Ostafrika: Flieger-Unterleutnant Cutler des Royal Naval Air Service wird nach einer Bruchlandung mit seinem Curtiss-Wasserflugzeug Kriegsgefangener auf dem deutschen Leichten Kreuzer Königsberg (siehe 24. November 1914). Der britische Schlepper Helmuth und sein Beiboot können aber zu mindestens sein Wasserflugzeug bergen.

Luftkrieg

Westfront: Aus der Luft abgeworfene französische Flechettes (Flieger-Pfeile) verwunden dem auf einem Pferd reitenden deutschen General Meyer tödlich.

Politik

Vatikan: Der Papst versucht einen ‘Weihnachtsfrieden’ zu vermitteln.
Rumänien:
Die Regierung weigert sich, Griechenland im Falle eines türkisch-deutschen Angriffs zu helfen.

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