Kriegstagebuch 5. September 1914

Rekrutierungsposter mit Feldmarschall Kitchener

Rekrutierungsposter mit Feldmarschall Kitchener.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 5. September 1914:

Westfront

Frankreich: Erste Schlacht an der Marne (bis zum 10. September) beginnt mit der Schlacht am Ourcq: Maunoury mit 8 Divisionen startet am Mittag einen Überraschungsangriff auf Klucks IV. Reserve-Korps (Gronau) in der Nähe von Monthyon. DEUTSCHE TRUPPEN ERREICHEN CLAYE, nur noch 15 km von Paris entfernt. Deutsche Infanterie erstürmt 4 Forts von Maubeuge.
Der 13 Tage andauernde Rückzug über 330 km des Britischen Expeditionskorps von Mons aus endet. Das Alliierte Grosse Hauptquartier wird in Chaltillon-sur-Seine wieder eingerichtet und Joffre besucht Sir J. French in Melun, um sich der Teilnahme des Britischen Expeditionskorps an der Offensive zu versichern.
Der französische nationalistische Dichter und Verleger Leutnant Charles-Pierre Peguy vom 276. Infanterie-Regiment der Sechsten Armee fällt im Alter von 41 Jahren.

Ostfront

Ostpreußen: SCHLACHT AN DEN MASURISCHEN SEEN bis zum 15. September.
Polen: Die russische Fünfte Armee besiegt das österreich-ungarische II. Korps von der Vierten Armee bei Tomaschow.

Heimatfronten

Großbritannien: ‘Your Country Needs You’ (‘Dein Land braucht Dich’) Rekrutierungs-Plakat erstmals im Londoner Opinion Wochenmagazin abgedruckt. Darauf hin 174.901 freiwillige Meldungen in der nächsten Woche.
Thomas Hardys Gedicht ‘Men Who March Away’ komponiert.

Neutrale

Schweiz: Lenin und seine Familie treffen in Bern ein.

Seekrieg

Nordsee: Der britischen Kreuzer Pathfinder wird unter dem Verlust von 259 Seeleuten vor dem Firth of Forth durch U-21 (Hersing) versenkt. Dies ist der erste Verlust eines Kriegsschiffes durch ein U-Boot auf dem offenen Meer.

Afrikanischen Fronten

Nord-Rhodesien: ca. 116 Deutsche werden vor Abercorn abgeschlagen und treten am 9. September den Rückzug an. Zwischen dem 22. und 25. September trifft ein belgisches Bataillon als Verstärkung dort ein.
In Ostafrika werden 4.000 Mann britischer Truppen mit einer 5.000 Mann starken Träger-Karawane bis zum 11. September bereitgestellt.
Malawisee: Der bewaffnete Dampfer Gwendolen erobert den deutschen Hafen von Alt-Langenburg.

Luftkrieg

Großbritannien: Erste Nacht-Patrouille über London durch eine britische Farman mit den Leutnants Grahame-White und Gates.
Westfront: Die BEF-Korps-Kommandeure ordnen jeder Staffel des RFC ein Flugzeug mit einem Funkgerät zu.
Ostfront: Russisches Artilleriefeuer bringt den Zeppelin L5 in der Nähe von Lemberg herunter. Die 30-köpfige Besatzung wird am nächsten Tag gefangen genommen.

Politik

Großbritannien: LONDONER ABKOMMEN, welches die Alliierten Staaten verpflichtet, keinen Separatfrieden abzuschließen.
Österreich-Ungarn: Das Außenministerium gibt zu, daß es ‘… Angst vor der demütigenden Notwendigkeit hat, die Deutschen zu bitten, uns zu retten.’

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