Kriegstagebuch 31. Oktober 1918

Italienische Soldaten besetzen eine aufgegebene österreich-ungarische Stellung

Italienische Soldaten besetzen eine aufgegebene österreich-ungarische Stellung.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 31. Oktober 1918:

Südfronten

Piave: Die italienische Vierte und Sechste Armeen besetzen die leeren österreich-ungarischen Grappa- und Asiago-Stellungen, bis 17:00 Uhr haben 2 Alpini-Bataillone Feltre gesäubert. Briten und Italiener erreichen den Fluss Livenza. Britische Rückeroberung von Sacile.
Albanien: Italiener und Serben erobern Skutari.
Bulgarien: 2 britische und 1 französische Division stehen am Fluss Maritsa nahe der türkischen Grenze.

Westfront

Frankreich: Im Oktober haben dei Alliierten 108.343 Kriegsgefangene und 2.064 Kanonen eingebracht. Seit dem 1. August hat das BEF 172.659 Kriegsgefangene, 2.378 Kanonen, 17.000 MGs und 2.750 Granatwerfer genommen und 358.149 Mann Verluste erlitten (121.046 davon im Oktober). Foch sagt dem Obersten Kriegsrat: ‘… seit dem 18. Juli haben wir den Feind zum Rückzug gezwungen. Wir haben ihn auf über 400 Kilometer Frontlänge angegriffen und wir tun dies weiterhin … wir können dies fortsetzen, wenn der Feind es wünscht, bis zu seiner vollständigen Niederlage …’.
Deutschland: Der Kaiser verlässt Berlin (zum letzten Mal) mit dem Zug zur OHL nach Spa.
Flandern: Der Angriffserfolg der britischen Zweiten Armee in Tieghem erreicht mit 1.000 Kriegsgefangenen den Fluss Schelde. Die Alliierten haben hier seit dem 14. Oktober 19.000 Kruegsgefangene genommen und 50 km überwunden.

Naher Osten

TÜRKEI: DIE FEINDSELIGKEITEN ENDEN UM DIE MITTAGSZEIT. Liman von Sanders übergibt den Oberbefehl über die türkischen Truppen an Kemal Pascha in Adana und die Rückführung von 10.000 dutschen Soldaten beginnt.
Mesopotamien: Nur 3.280 Türken mit 44 Geschützen in Mosul oder dorthin unterwegs. General Lewin besetzt Altun Kopri auf dem Kleinen Zab.
Südpersien: 600 britische Truppen (35 Verluste), 4 Geschütze und 2 MGs nehmen das Dorf Lardeh mit 30 Kriegsgefangenen bis zum 1. November ein.

Seekrieg

Österreich-Ungarn: Die Flotte in Pola wird an den südslawischen Nationalrat in Agram übergeben. Nicht-Slawen können nach Hause gehen, die Schiffe sind zum ersten Mal voll beleuchtet, Admiral Horthy setzt ein Abschiedssignal und gibt das Kommando etwa um 16:45 Uhr ab.
Alliierte und neutrale Schifffahrtsverluste im Oktober an U-Boote: 52 Schiffe (davon 23 britische mit 318 Menschenleben) mit zusammen 112.427 Tonnen. Britische Verluste aus allen Gründen 25 Schiffe mit 59.229 Tonnen. Die deutsche U-Boot-Zahl gibt 73 Schiffe mit 116.237 Tonnen an. Der niedrigsten monatliche Tonnageverlust seit Juli 1916; 5 U-Boote gesunken.

Luftkrieg

Deutschland: 9 Bomben von DH-Bombern der 55. Squadron fordern 86 Opfer in Bonn.
Westfront: Im Oktober wurden 5.360.000 Flugblätter von alliierten Ballons abgeworfen. Das AEF (Amerikanische Expeditionsstreitkräfte) meldet, daß 80% der deutschen Kriegsgefangenen, welche bis zum 15. Oktober eingebracht wurden, davon eines mit sich führten, davon waren 12% der Flugblätter von der RAF abgeworfen. Die RAF verliert 164 Flugzeuge, die Franzosen 46.

Politik

Österreich-Ungarn: REVOLUTIONEN IN WIEN UND BUDAPEST; Rote Garden ermorden Graf Tisza in der ungarischen Hauptstadt. Polnische Truppen besetzen Krakau. Die Slowenen in der Laibacher Nationalversammlung verkünden ihre Unabhängigkeit.

Heimatfronten

Großbritannien: Im Oktober wird gemeldet, daß über 10.000 Schiffe seit Juni 1917 repariert wurden. Der Schiffbau stieg gegenüber 1917 um fast 50% an, dabei nur wenig Veränderung bei der Zahl der Arbeitsplätze oder Ausfalltage.
Ungarn: Kaiser Karl ernennt Graf Karolyi zum neuen Ministerpräsidenten.
Österreich-Ungarn: Tod von Egon Schiele, einem expressionistischen Maler und Soldaten, im Alter von 28 Jahren an der Grippe in Wien. Seit dem 3. März sind 700.000 Kriegsgefangene aus Russland zurückgekehrt.

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