Kriegstagebuch 31. Oktober 1914

Japanische Belagerungsartillerie vor Tsingtau

Japanische Belagerungsartillerie nimmt Tsingtau unter Beschuß.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 31. Oktober 1914:

Ferner Osten

Tsingtau: Der abschließende japanische Beschuß beginnt an des Kaisers Geburtstag und trifft die Öltanks.

Westfront

Flandernschlacht, Phase 2 um Gheluvelt beginnt. Ein deutscher Angriff beginnt um 9 Uhr in einem kleineren Umfang als die zuvor erfolgten Angriffe zwischen Messines und nördlich von Gheluvelt. 7 frische Divisionen unter General Fabeck mit 700 Kanonen führen einen 3-stündigen ‘Erdbeben’-Beschuss durch, um bei Ypern durchzubrechen und die alliierte Linie in beide Richtungen aufzurollen. Von Haigs leidgeprüftem britischen I. Korps werden 4 Bataillone zerstört und 2 Divisions-Kommandeure verwundet. Haig reitet persönlich in das Gefecht, als der entscheidende deutsche Durchbruch bei Gheluvelt unmittelbar bevor zustehen scheint, und 10 erfahrene Bataillone wehren den Angriff ab. Dabei verjagt ein Sturmangriff von 350 Mann der 2. Worcs etwa 1.200 deutsche Soldaten aus dem Schloss von Gheluvelt. Jedoch sickern 9 deutsche Bataillone bis auf den Messines-Höhenrücken durch. Truppen des französischen XVI. Korps unter Taverna verlieren einigen Boden nördlich des Höhenrückens.
Foch verspricht Sir J. French vom Britischen Expeditionskorps Hilfe und das französische IX. Korps beginnt bei Mitrys Kavallerie nördlich von Ypern einzutreffen. Auf Befehl von Foch übernimmt General d’Urbal das Kommando über alle Streitkräfte um Ypern.
Die 7. indische Meerut-Division, welche am 11. Oktober in Marseille angelandet wurde, trifft in der Nacht vom 30./31. Oktober in der Frontlinie ein.
Das Britische Expeditionskorps erhält im Oktober 300 B-Typ-Busse der Londoner General Omnibus Company, dessen Anzahl bis zum Waffenstillstand 1918 auf über 900 ansteigt.

Ostfront

Polen: Schlacht an der Opatowka bis zum 2. November in Schneestürmen, in welche die österreich-ungarische Erste Armee verwickelt ist.

Südliche Fronten

Serbien: Ein Angriff des österreich-ungarischen VIII. Korps verbindet die beiden Brückenköpfe südlich von Sava, wo seit dem 24. Oktober Grabenkämpfe stattgefunden haben.
Albanien: Die Italiener besetzen die Insel Saseno vor der Küste. Griechen rächen sich dafür und besetzen Argyrocastro, das südliche Quaranta und Premedi im Süden.

Seekrieg

Nordsee: Der britische Wasserflugzeug-Träger Hermes (44 Tote, 400 Gerettete) wird während einer Überführungsfahrt mit Flugzeugen nach Frankreich 8 sm West-Nord-West von Calais durch das deutsche U-Boot U-27 versenkt.
Ostafrika: Der deutsche leichte Kreuzer Königsberg, welcher sich im Rufiji-Delta versteckt hat, wird vom britischen Kreuzer Chatham aufgespürt und flieht.

Naher Osten

Mesopotamien: Die britische Schaluppe Espiegle entkommt nach Abadan und bringt türkische Gewehrschützen zum Schweigen. Vorhuten der ‘D’-Einheit des Indischen Expeditionskorps erreichen Muhammera.

Afrikanische Fronten

Ostafrika: Die ‘B’-Einheit des Indischen Expeditionskorps kommt in Mombasa an und steht unter dem Kommando von Major-General Aitken.

Luftkrieg

Frankreich: Der Flugdienst der Royal Navy richtet einen Stützpunkt für Wasserflugzeuge in Dünkirchen ein.

Heimatfronten

Osmanisches Reich: Der Großwesir beschließt nicht zurückzutreten, nachdem Russland sich weigert einen Kompromiss-Vorschlag anzunehmen. Jedoch treten vier moderate Minister zurück.
Großbritannien: Die Regierung beschließt die Feindseligkeiten gegenüber dem Osmanischen Reich zu eröffnen.

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