Kriegstagebuch 31. Mai 1915

Blinder amerikanischer Passagier

Deutsche Karrikatur über den ‘blinden’ amerikanischen Passagier auf einem ‘unbewaffneten’ Schiff.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 31. Mai 1915:

Politik

USA: Die Regierung ist mit der deutschen Antwort zur Versenkung der Lusitania unzufrieden. Der britische Botschafter behauptet, die Lusitania hätte nie Geschütze mitgeführt (was unwahr ist).
Deutschland: Baron Wangenheim teilt Berlin mit, Einfluß auf die Türken auszuüben, die Maßnahmen gegen die Armenier ‘abzumildern’, aber nicht zu behindern.

Westfront

Trotz der alliierten Offensive werden 2 deutsche Divisionen während des Mai an die Ostfront abgezogen. Die Verluste des Britischen Expeditionskorps beliefen sich auf 65.730 Soldaten während des Mai, der höchste Wert bis Juli 1916. Die Zuckerraffinerie von Souchez wird durch französische Truppen erstürmt.

Ostfront

Polen: Die deutsche Neunte Armee führt bis zum nächsten Tag einen Gasangriff nördlich von Bolimow durch und verursacht 1.000 Mann Verluste beim sibirischen VI. Korps, aber 56 deutsche Soldaten werden auch vergast.
Galizien: Mackensens Trzppen erstürmen 3 Forts nördlich von Przemysl und die Südarmee nimmt Stryj. Die russische Südwestfront hat 412.000 Mann Verluste (davon 153.000 Kriegsgefangene) und büßt 300 Kanonen ein.

Südfronten

Trentino: Die bayerische Elitetruppe Alpenkorps (13 Bataillone mit 11 MG-Kompanien und 36 Kanonen) verstärkt die österreich-ungarische Erste Armee (Dankl) in diesem Abschnitt.

Mittlerer Osten

Gallipoli: Das alliierte Hauptquartier landet auf der Insel Imbros an. 38.000 Mann alliierte Verluste bisher.
Mesopotamien – Zweite Schlacht von Qurna: Die ‘Townshend-Regatta’ mit 372 einheimischen Rundbooten (beladen mit 2.560 Mann Infanterie und 17 Kanonen) sowie 7 Schiffen der Royal Navy schlägt Halim Beys türkische Truppen und nimmt 4 Hügel, 3 Kanonen und 271 Kriegsgefangene für 24 Mann Verluste.

Afrikanische fronten

Nord-Kamerun: 1.834 alliierte Soldaten mit 71 Kanonen und 12 MGs beschießen überraschend Garua bis zum 10. Juni.

Luftkrieg

Großbritannien: Das Royal Flying Corps hat bisher 134 Mann verloren und hat jetzt eine Stärke von 5.147 Mann in 23 Staffeln. Bisher wurden 530 Flugzeuge in Dienst gestellt, von denen ca. 300 verloren gingen oder unbrauchbar wurden. 2.260 weitere Flugzeuge sind bei 31 Firmen bestellt. 234 Piloten und Beobachter befinden sich an 11 Plätzen in der Ausbildung.
Der Heeres-Zeppelin LZ38 wirft in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni 120 kleinere Bomben auf Ostlondon (42 Tote und ein Schaden von 18.596 Britischen Pfund) und kann sich auf einer Höhe von 3000 m 15 Abfangversuchen entziehen, wobei ein Vickers Gunbus abstürzt.

Ähnliche Reports:
Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Kommentar verfassen