Kriegstagebuch 31. August 1914

Rast deutscher Infanterie vor Paris 1914

Rast deutscher Infanterie in einem Straßengraben vor Paris. Besonders die Soldaten der 1. Armee von Generaloberst v. Kluck auf dem rechten Flügel haben eine ungeheure Strecke zu bewältigen und an diesem Tag eine Pause.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 31. August 1914

Westfront

Frankreich: Die Franzosen stehen nun auf einer Linie vom Fluss Aisne-Reims-Verdun. Kluck, der Befehl erhält die deutsche rechte Flanke und Bülows offene Flanke auf seiner Linken zu decken. beginnt sich nach Südwesten vor Paris entlang zu bewegen, um Bülow gegen d’Esperey zu unterstützen. Die deutsche Aufklärung schätzt das den Fluß Aisne überquerende Britische Expeditionskorps BEF als ‘verbrauchte Kraft’ ein, trotz zweimaligen Auftretens britischer Kavallerie-Angriffe.
Österreich-ungarische Skoda-Haubitzen beschießen Givet, welches die Deutschen nehmen.
Belgien: Das deutsche Marinekorps unter Admiral Schröder wird aufgestellt, um als Garnison in Lüttich und später an Flanderns Küste zu dienen.
Lothringen: Schlacht der Grande Couronne von Nancy bis zum 11. September.

Ostfront

Ostpreußen: Neidenburg von deutschen Truppen zurückerobert. Die russische 1. Kavallerie-Division löst sich gerade von dem Überfall auf Allenstein.
Polen: Die russische Fünfte Armee entzieht sich der Einkreisung, verliert aber 40% ihrer Soldaten und 156 Geschütze. Die Österreicher haben 40.000 Mann Verluste, darunter 8 Generäle.
Galizien: Die österreich-ungarischen Linien werden in der Nähe von Halicz gebrochen. Die Anzahl der österreich-ungarischen Gefallenen im August entspricht 15% der Gesamtverluste im Jahr 1914. Großherzog Nikolaus befiehlt General Iwanow, die österreich-ungarischen Armeen zu vernichten.

Seekrieg

Atlantik: Der deutsche Leichte Kreuzer Karlsruhe versenkt den britischen Frachter Strathroy 100 sm vor Brasilien.
3 AMCs (bewaffnete Handelsschiffe) werden in Dienst gestellt, um die britische Northern Patrol zu verstärken.
Fernost: Vize-Admiral Jerram trifft mit seinem China-Geschwader in Singapur ein und schickt seine 3 Kreuzer bis zum 13. September auf die Suche nach 22 deutschen Handelsschiffe im Seegebiet von Niederländisch-Ostindien.
Rotes Meer: 2 Kreuzer der Royal Navy kapern 2 deutsche Handelsschiffe im August.

Afrikanische Fronten

Deutsch-Kamerun: 375 französische Soldaten, in 3 Dampfer aus Bonga kommend, besetzen Wesso an der Grenze, andere halten eine Linie am Fluss Lobaye.
Südafrika: 2.500 südafrikanische Soldaten landen bei Port Nolloth, um die nördliche Grenze der Kap-Provinz gegen Deutsch-Südwestafrika zu decken.

Neutrale

Italien: Garibaldis Sohn und Enkel versammelt eine 14.000 Mann starken Italienische Legion, um für Frankreich zu kämpfen. Unter den Kämpfern sind Veteranen aus dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, zwei Türkenkriegen in Griechenland und aus dem Burenkrieg.
Griechenland: Die Regierung erklärt offiziell ihre Neutralität.

Naher Osten

Ägypten: Dem ägyptischen Kamel-Korps wird befohlen, zum Suez-Kanal vorzurücken.

Geheimkrieg

Großbritannien: Churchill und Kitchener einigen sich auf eine gemeinsame Planung gegen das Osmanische Reich. Am nächsten Tag besprechen die britische Admiralität und das Kriegsministerium eine Landung auf Gallipoli und die Versenkung türkischer Schiffe, welche aus den Dardanellen auslaufen.

Heimatfronten

Deutschland: Die Arbeitslosigkeit beträgt 22,4%. In Nürnberg sind es 40%, durch den Zusammenbruch der Exportindustrie für Bleistifte.
Großbritannien: Ein All-Parteien-Rekrutierungsausschuss wird gebildet, welcher den Tagesrekord von 30.000 Freiwillige erzielt.
Frankreich: Rekordarbeitslosigkeit von 43%. Weniger als 50% der Industrie arbeitet noch, die Renault-Werke mussten geschlossen werden.

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