Kriegstagebuch 30. September 1917

Ankunft eines alliierten Konvois

Schiffe eines alliierten Konvois treffen in einem unbekannten Hafen ein.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 30. September 1917:

Seekrieg

Alliierte und neutrale Handelsschiffsverluste an U-Boote: 159 Schiffe (68 britische mit 293 Menschenleben) mit 338.224 Tonnen (die deutsche Zahl sind 353.602 Tonnen, einschließlich 111.241 Tonnen im Mittelmeer), was die niedrigste Anzahl seit Januar ist. Gleichzeitig ging die Rekordmarke von 11 U-Booten verloren. Nur 6 Schiffe werden von September bis Dezember 1917 mehr als 80 km vom Land entfernt versenkt, was bedeutet, daß die Konvoi-Organisation die U-Boote zu Einsätzen vor den Küsten zwingt.
Deutschland: Im September kehrt Admiral Souchon aus dem Osmanischen Reich nach Deutschland zurück, um das 4. Schlachtgeschwader der Hochseeflotte zu übernehmen. Vizeadmiral Rebeur-Paschwitz übernimmt das Kommando über die osmanische Flotte.

Westfront

USA: Das AEF, die amerikanischen Expeditionsstreitkräfte, haben nun insgesamt 61.927 Soldaten in Europa.
Flandern: Britische Truppen haben während des Septembers 5.296 Kriegsgefangene eingebracht und 11 Kanonen erbeutet. Drei deutsche Angriffe mit Flammenwerfern zwischen den Tower Hamlets und dem Wald von Polygon.
Aisne: Kurzer deutscher Vorstoß bei Berry-au-Bac.

Südfronten

Italienische Front: 56.000 italienische Deserteure werden in Cadornas Bericht vom 3. November für diesen Zeitraum genannt. Die monatliche Desertionsrate von Juli bis September beträgt 5.500 Mann gegenüber 650 im Jahr 1915.

Mittlerer Osten

Osmanisches Reich: Kemals Protestbrief an Enver Pascha und Rücktritt als Kommandant der Siebten Armee bei Aleppo. Er drängt auf eine defensive Strategie und mehr Unabhängigkeit von Deutschland. Die besten Divisionen würden 50% ihrer Stärke verlieren, bevor sie die Front erreichen würden und ‘das öffentliche Leben ist in voller Anarchie’. Fevzi Pascha ersetzt ihn.

Luftkrieg

Großbritannien: 6 von 11 ausgeschickten Gotha-Bombern (keine Verluste) bombardieren London; die meisten Schäden an Häusern im East End (52 zivile Opfer).
Osmanisches Reich: Ein Handley Page Bomber (Flug-Kommander J. Alcock) wird gezwungen, im Golf von Xeros durch türkisches Flak-Feuer niederzugehen. 3 Mannschaftsmitglieder geraten in Kriegsgefangenschaft.
USA: In diesen Tagen eröffnet das vorgeschobene Hauptquartier des Royal Flying Corps in Fort Worth, Texas, um 10 amerikanische Staffeln auf 3 Flugplätzen für Einsätze mit dem RFC bis April 1918 zu trainieren.

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