Kriegstagebuch 30. Oktober 1914

Deutsche Stellung an der überfluteten Yser

An der Yser steigt das Wasser und überflutet Landgräben und Stellungen. Die Öffnung der Schleusen gegen das Meer macht das Land zur Wasser- und Schlammwüste, in der kein Vormarsch mehr möglich ist.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 30. Oktober 1914:

Westfront

Ypern: 2 britische Bataillone schlagen den Angriff der deutschen 40. Division (700 Mann Verluste) nördlich von Armentieres ab, aber den deutschen Truppen gelingt es Zandvoorde und Hollebeke zu erobern.
Champagne: Die französische Vierten Armee greift vergeblich östlich von Reims bis zum 31. Oktober an.
Aisne: Die französische 69. Reserve-Division erleidet 3.878 Mann Verluste durch deutsche Angriffe und wird bis zum 2. November bis kurz vor Soupir-Vailly an den Fluß zurückgedrängt. Französischen Gegenangriffen vom 6.-12. November gelingt es nicht, den verlorenen Boden zurückzugewinnen.
Yser: Deutscher Sturmangriff auf die belgischen Linien um 6:30 Uhr morgens, welcher 2 Dörfer wegnimmt und die belgische 2. Division in die Flucht schlägt. 4 alliierten Bataillonen gelingt es aber wieder bis Ramscapelle vorzudringen. Die deutschen Truppen ziehen sich am nächsten Tag wieder zurück und überlassen Ramscapelle den Alliierten, da hinter ihnen eine 2000-3000 Meter breite und hüfthohe Wasserüberflutung entsteht.

Ostfront

Polen: Russische Verbände besiegen die deutschen Truppen bei Bakalarjewo.
Galizien: Der russische General Brusilow nimmt Stanislau.

Afrikanische Fronten

Südafrika: Maritz 600 Rebellen-Soldaten werden am Schuit Drift an der Grenze zu Südwestafrika in die Flucht geschlagen.

Politik

Osmanisches Reich: Die alliierten Botschafter in Konstantinopel übergeben ein Ultimatum, in dem gefordert wird, die türkischen Streitkräfte innerhalb von 12 Stunden zu demobilisieren und alle Deutschen aus dem Dienst zu entlassen. Andernfalls kommt es zum Krieg mit Frankreich, Großbritannien und Russland.

Heimatfronten

Großbritannien: Lord Fisher wird wieder zum Ersten Seelord ernannt, nachdem er sich im Alter von 74 Jahren eigentlich schon im Ruhestand befindet. Er ersetzt damit seinen eigentlichen Nachfolger, Prinz Louis von Battenberg, dessen erfolgreiche Karriere damit durch skurrile, öffentlich bekannt gemachte Gerüchte und einer Pressekampagne wegen seiner angeblichen ‘Illoyalität gegenüber der britischen Krone’ aufgrund seiner deutschen Abstammung, beendet wird.
Deutschland: Das Kriegsministerium muß die Munitionsproduktion aufgrund des Mangels an Sprengstoffen reduzieren. Die Arbeitslosigkeit ist auf 10,9% abgefallen.

Neutrale

Italien: Das Kabinett tritt zurück, aber Salandra bleibt Ministerpräsident. Der Finanzminister tritt wegen des Haushaltes für die Streitkräfte zurück.

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