Kriegstagebuch 30. November 1917

Deutsche Soldaten vor Gegenangriff bei Cambrai

Deutsche Soldaten sammeln vor dem Gegenangriff bei Cambrai ihre Ausrüstung zusammen.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 30. November 1917:

Westfront

Cambrai – ÜBERRASCHENDER DEUTSCHER GEGENANGRIFF BEGINNT mit Sperrfeuer um 8:30 Uhr, einschließlich vieler Gasgranaten. Die Zweite Armeen, verstärkt auf 20 Divisionen, setzt die Infiltrationstaktik mit Luftunterstützung ein, welche erfolgreich bei Riga und Caporetto ausprobiert wurde. 11 Divisionen greifen in zwei Abschnitten an einem knapp 20 km breiten Frontabschnitt von Vendhuille über den Bourlon-Wald bis Moeuvres an, dringen bis nach La Vacquerie und Gouzeaucourt vor und bringen 6.000 Kriegsgefangene und 158 Geschütze bei Vorstößen bis zu knapp 5 km Tiefe ein. Die britische Garde-Division kann Gouzeaucourt mit 36 Tanks zurückerobern.
Der jüngste General der britischen Armee, Brigadegeneral ‘Boy’ Bradford, Victoria Cross, als kommandierender General der 186. Brigade der 62. Division, wird im Alter von 25 Jahren außerhalb seines Hauptquartiers von einer Granate getötet.
Flandern: Gesamtzahl der deutschen Verluste seit dem 31. Juli ca. 450.000 Soldaten.
Frankreich: 129.623 Mann der AEF (Amerikanische Expeditionsstreitkräfte) nun in Europa.
Deutschland: Die Überführung von 42 Divisionen (über 500.000 Mann) von der Ostfront und anderswo nach Westen beginnt bis zum 21. März 1918.

Luftkrieg

Cambrai: Mindestens 30 tieffliegende Schlachtflugzeuge unterstützen den deutschen Angriff im Süden, noch mehr im nördlichen Abschnitt. 10 australische DH5 der 68. Staffel helfen beim britischen Gegenangriff am Nachmittag und ca. 50 britische und ebenso viele deutsche Flugzeuge im Einsatz über dem Bourlon-Wald, wo beide Seiten gegnerische Truppen mit ihren MGs im Tiefflug beschiessen. 11 deutsche und 7 britische Flugzeuge gehen verloren.
Mazedonien: Französische Flugzeuge bombardieren Ziele im Vardar-Tal und nördlich von Monastir.
Großbritannien: Erstflug des schweren Bombers Vickers Vimy.
Mesopotamien: Britische Flugzeuge bombardieren den deutschen Flugplatz Kifri in der Nacht vom 30. November zum 1. Dezember, aber die Aufklärung der türkischen Positionen gelingt nicht.
Westfront: Die OHL hat 144 zweimotorige Bomber in 7 Bogohl, davon 36 in Bogohl 3 zum Einsatz gegen England.

Seekrieg

Großbritannien: Alliierte (ständige) Marine-Konferenz in London gebildet, welche zum ersten mal eine Koordination der alliierten Marine-Ausschüsse, einschließlich Politiker, herstellt.
Während des Novembers waren die alliierten und neutralen Schiffsverluste an U-Boote die geringsten im Jahr 1917. Es gingen 126 Schiffen (56 britische mit 376 Toten) mit zusammen 289.095 Tonnen (die deutsche Zahl ist 302.599 Tonnen, davon 104.479 Tonnen im Mittelmeer) und 8 U-Boote verloren. 90% der britischen Hochseeschifffahrt laufen jetzt in Konvois.

Politik

Österreich-Ungarn: Die Regierung akzeptiert das bolschewistische Waffenstillstandsangebot als Grundlage für Friedensverhandlungen.

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Kommentar verfassen