Kriegstagebuch 30. Juni 1917

deutsche Haubitze beschiesst die Russen

Eine deutsche Haubitze beschiesst die Russen.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 30. Juni 1917:

Ostfront

Galizien: Heftige Artillerie-Duelle, die deutsche Antwort beinhaltet den Einsatz von Gas. Kommandant Locker-Lampson trifft Kerenski im Hauptquartier-Zug der Südwest-Front: ‘Er spricht über erstaunliche Anstrengungen … welche persönlich für … die Disziplin gemacht werden’.

Westfront

Frankreich: General Anthoine, Befehlshaber der französischen Ersten Armee in Flandern, übermittelt eine Nachricht von Petain an Haig: ‘Die (BEF) Offensive in Flandern muss ein uneingeschränkter Erfolg sein, vor allem wegen des gegenwärtigen Zustandes der (französischen) Moral.’
Deutschland: Ludendorff erfährt erst jetzt von den französischen Meutereien, als das schlimmste vorüber ist.

Südfronten

Trentino: Die Verluste der italienischen Sechsten Armee belaufen sich seit dem 10. Juni auf 23.736 Mann (davon 12.735 Alpini), die der österreich-ungarischen Verbände auf 8.828 Soldaten. Die ‘Ortigara-Tragödie’ demoralisiert die italienischen regulären Truppen.
Saloniki: Die britische 60. Division wird nach Ägypten verschifft. Die Franzosen müssen einen Teil der 2.500 russischen Soldaten in Athen dazu zwingen, sich wieder nach Saloniki einzuschiffen.

Seekrieg

Alliierte und neutrale Handelsschiffsverluste im Juni: 286 Schiffe mit 674.458 t (offizielle Geschichte der deutschen U-Boote gibt 696.725 t, einschließlich von 164.299 t im Mittelmeer, an). 2 deutsche U-Boote gingen verloren, 8 neu in Dienst gestellt. Die Rekordmenge von 61 U-Booten befand sich im Juni durchschnittlich je Tag auf See.
Die Transportprognosen von Controller Sir J. Maclay geben an, daß nicht mehr genug Schiffsraum für alle notwendigen britischen Importe ab dem 1. Dezember zur Verfügung stehen wird, wenn weiterhin 300.000 t oder mehr pro Monat verloren werden. Jedoch beläuft sich der Rückgang bei der neutralen Schifffahrt auf nur 20% und der US-Kriegseintritt und viel Politik überwinden den Rest. Die britische Handelsflotte hat 2,25 Millionen Tonnen verloren, nicht die 3,5 Millionen Tonnen, welche der deutsche Admiral Holtzendorff erhofft hatte.
Nordsee: Während des Juni legt die Royal Navy 1.120 Minen in der südlichen Hälfte des Seegebietes.
USA: Die US-Schifffahrtsbehörde rekrutiert 41.977 Offiziere und Matrosen bis zum 30. Juni 1920.

Politik

Griechenland: Die neue Regierung beendet die Beziehungen zu den Mittelmächten.

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