Kriegstagebuch 30. Juli 1915

Englische Bajonett-Ausbildung

Neue englische Rekruten beim Bajonett-Training. Dies wurde realitätsfremd immer noch als wichtiger Teil der Ausbildung angesehen, während tatsächlich nur sehr wenige Gegner auf dem Gefechtsfeld durch das Bajonett getötet wurden.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 30. Juli 1915:

Westfront

Flandern: 6 deutsche Graben-Flammenwerfern werden gegen das Britische Expeditionskorps eingesetzt. 800 Meter der Schützengräben der 41. britischen Brigade (von der neu aufgestellten 14. Division, welche am 18. Juni in Frankreich eingetroffen ist) werden vom deutschen 126. Infanterie-Regiment (53. Reserve-Division) an der Menin-Strasse bei Hooge genommen. Das ‘Niemandsland’ ist an seiner schmalsten Stelle lediglich 15 Meter breit.

Ostfront

Russland: Kriegsminister General Popliwanow teilt seinen Minister-Kollegen mit, daß ‘Demoralisierung, Kapitulationen und Desertationen riesige Verhältnisse annehmen’.

Südfronten

Die Italiener beschießen die österreich-ungarischen Festungen rund um das Tal Cadore in den Karnischen Alpen.

Mittlerer Osten

Mesopotamien: 130-km tiefe Aufklärungsmission der Briten auf dem Tigris von Amara bis nach Ali Garbi.

Seekrieg

Ostsee: Das britische U-Boot E1 (Laurence) versenkt das deutsche Minensuchboot Aachen vor Libau.

Luftkrieg

Deutschland: 45 französische Flugzeuge bombardieren Freiburg (Ziel die Aviatik-Flugzeugfabrik, wiederholt am nächsten Tag) und Pechelbronn.

Politik

Päpstlicher Brief mit einem Friedensappell an alle kriegführenden Staaten.
USA: Die Regierung protestiert dagegen, daß deutsche Agenten gefälschte Pässe führen würden.

Neutrale

Niederlande: Ein Flottenbauprogramm für 2 Kreuzer, 4 U-Boote und 6 Flugzeuge im Wert von 7,5 Millionen Britische Pfund wird beschlossen.

Heimatfronten

Südafrika: Botha landet in Kapstadt an und wird nach seinem Sieg über Deutsch-Südwestafrika als Held empfangen.
Osmanisches Reich: Eine Cholera-Epidemie bricht unter den türkischen Truppen in Konstantinopel aus.

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