Kriegstagebuch 30. April 1917

Luftkampf zwischen britischen und deutschen Jagdflugzeugen

Luftkampf zwischen britischen und deutschen Jagdflugzeugen über der Westfront.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 30. April 1917:

Luftkrieg

Westfront: Zusammenstöße über der Frontlinie, als deutsche Zweisitzer die britischen Linien im Tiefflug beschiessen. Jasta 11 kombiniert mit Jasta 2, 3 und 33 zur Jagdgruppe 1 mit 20 Jagdeinsitzern, welchen die britischen Piloten als ‘Richthofens Zirkus’ taufen (umbenannt in Jagdgeschwader 1 am 24. Juli). Richthofen verlässt die Einheit am 1. Mai nach 21 Luftsiegen während des Aprils.
Das Royal Flying Corps verliert im April 316 Flugzeugbesatzung und 151 Flugzeuge (davon 88 an Richthofens Jasta 11) und davon 82 an nur 5 deutsche Piloten. Die Deutschen verlieren dagegen 119 Flugzeugbesatzungen und 66 Flugzeuge.
Die deutschen Top-Asse im April sind: Kurt Wolff 21, Karl Wolff und Lothar von Richthofen 15, Otto Bernert 11 und Sebastian Festner mit 10 Luftsiegen (neben Manfred von Richthofen).
Mesopotamien: Im April fliegt das Royal Flying Corps die Rekordzahl von 335 Einsatzstunden.
Großbritannien: Das Luftschiff SL 9 der Royal Navy wird in einem Sturm zerstört.

Seekrieg

Die alliierten und neutralen Schiffsverluste während des April sind die höchsten Monatsverluste beider Weltkrieg: 873.754 Tonnen mit 373 Schiffen. Die deutschen U-Boote melden 860.334 Tonnen, davon 278.038 Tonnen (23.037 Tonnen durch die österreich-ungarische Marine) im Mittelmeer. Weitere 113.000 Tonnen Schiffsraum werden beschädigt.
Damit ergibt sich seit dem 17. April auf das Jahr hoch gerechnet ein 50% Risiko zur Vernichtung von 2 aus 11 heimwärts laufenden Schiffen. Die jährliche Verlustrate würde eins von vier Schiffen versenkt ergeben, welche aus Großbritannien auslaufen. Es ging nur 1 U-Boot dabei verloren. Britische Minenräumer können die Rekordzahl von 515 Minen unschädlich machen, verlieren aber fast täglich ein Fahrzeug.
Seit dem 1. Februar haben U-Boote 781 Schiffe angegriffen, von denen 526 versenkt und 37 beschädigt wurden für den Verlust von 10 U-Booten (der Rekord liegt im Mittelmeer mit täglich 802 Tonnen für jedes auf See befindliche U-Boot). 13 weitere U-Boote in Dienst gestellt.
Premierminister Lloyd George besucht die britische Admiralität, um die Entscheidung zur Einführung eines Konvoi-Systems zu unterstützen.

Geheimkrieg

Nordsee: Im April bestellt die Royal Navy nach erfolgreichen Versuchen 136 geschleppte Hydrophone Nash Fish. Im Einsatz mit 54 Patrouillenschiff seit 1918 als U-Boot-Abwehrmaßnahme.

Naher Osten

Mesopotamien – Schlacht von Band-i-Adhaim: Marshalls 5.200 Mann (692 Verluste) und 64 Kanonen gegen 6.270 Türken (565 Verluste, einschließlich 365 an Kriegsgefangenen) mit 39 Kanonen (1 verloren). Der britische Sturmangriff durchdringt die zweite türkische Linie und darüber hinaus vor, verliert aber die Geländegewinne wieder bei 6 gegen 1 Gegenangriffe in einem Sandsturm.

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Kommentar verfassen