Kriegstagebuch 29. September 1918

Abwehr eines französischen Angriffs auf die Hindeburg-Linie

Abwehr eines französischen Angriffs auf Stellungen der Hindeburg-Linie im Herbst 1918.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 29. September 1918:

Westfront

Deutschland: Ludendorff ist stark deprimiert; er und Hindenburg bestehen auf einen Waffenstillstand und einer neuen Regierung; der Kaiser stimmt zu.
Cambrai: DER RECHTE FLÜGEL DES BEF (britische Vierte Armee mit 17 Divisionen) und der FRANZÖSISCHE LINKE FLÜGEL (französische Erste Armee mit 14 Divisionen) GREIFT DIE HINDENBURG-LINE AN, bei dichtem Nebel. Das BEF verfeuert den historischen Rekord von 943.947 Granaten (seit Mittag des 28. Septembers). Die Kanadier erleiden 2.089 Verluste.
Somme: Die Offensive der britischen Vierten Armee (jetzt 39 BEF- und 2 US-Divisionen gegen 41 deutsche) auf einem 19 km breiten Frontabschnitt beginnt mit 1.600 Geschützen. Schlacht am St. Quentin-Kanal (bis zum 2. Oktober): Die britische 46. Division (800 Verluste) erkämpft sich bei Bellenglise im epischen Stil den Übergang mit Booten, Leitern und 3.000 Rettungsringen von Kanalfähren, rückt 5,5 km vor und nimmt 4.200 Kriegsgefangene (von insgesamt 5.300) und 70 Kanonen (von insgesamt 100) in 2 1/2 Stunden. Die 5. australische und die 30. US-Division erstürmen die Verteidigung des Bellicourt-Tunnels nach Norden (141 Tanks zur Unterstützung, darunter das 301. Bataillon der USA in britischen Mark V Tanks, aber 75 werden getroffen).
Flandern: Die belgische 4. Division erobert Dixmude zurück, aber die 9. Division wird sechsmal vor Westroosebeke abgewiesen (von den Deutschen am 30. September geräumt).

Südfronten

Serbien: Die französische Kavallerie-Brigade Jouinot-Gambetta (3.000 Mann) erobert Serbiens zweitgrößte Stadt Uskub (Skopje) bei starkem Regen um 9.00 Uhr durch Vorstöße aus Nord und Süd mit 339 Kriegsgefangenen und 5 Geschützen. Ein deutscher Panzerzug entkommt kämpfend. 3 französische Flugzeuge bringen die Nachrichten nach Salonika. Die Hauptarmee der Serben steht immer noch 50 km südlich, aber nahe der bulgarischen Grenze südlich von Kustendil und erstürmt die bulgarischen Stellungen 18 km nordöstlich von Veles, die griechische 14. Division besetzt Yenikoi nach 382 Mann Verlusten. BULGARIEN UNTERZEICHNET DEN WAFFENSTILLSTAND mit sieben Klauseln um 22:10 Uhr. Die österreich-ungarische 9. Division von der italienischen Front befindet sich immer noch 80 km nördlich von Uskub.

Naher Osten

Syrien: Die deutsch-türkische Nachhut aus 1.500 Soldaten in Lastwagen verzögert den Vormarsch der 3. ALH-Brigade bei Sasa bis zum 30. September, verliert aber schließlich 350 Kriegsgefangene. Liman von Sanders schickt Kemal Pascha nach Riyak (nordwestlich von Damaskus).
Trans-Jordanien: Das türkische II. Korps (4.602 Soldaten und 14 Geschütze) marschiert in Amman ein, um sich Chaytors Streitkräften zu ergeben (die Bedingungen wurden am 28. September vereinbart).

Seekrieg

Nordsee: Das Küsten-U-Boot UB 115 (seine Ölspur wird vom britischen Luftschiff R29 gesichtet) sinkt vor Sunderland durch Wasserbomben von mehreren Zerstörern der Royal Navy (einschließlich HMS Ouse) und Trawlern.

Luftkrieg

Westfront: 337 RAF-Flugzeuge (17 Staffeln) unterstützen den Einbruch in die Hindenburg-Linie durch die Vierte Armee des BEF, obwohl Rauch und Nebel sie behindern. 5 deutsche Ballons werden abgeschossen, 6 deutsche Jäger für den Verlust von 3 britischen abgeschossen, einschließlich bei einem Luftkampf zwischen 20 deutschen und 29 RAF-Jägern. Die Deutschen melden aber nur 2 verlorene Flugzeuge für 8 abgeschossene der Alliierten.

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.