Kriegstagebuch 29. Februar 1916

Deutsche Soldaten greifen mit Handgranten an

Deutsche Soldaten klettern auf die weiche Erde eines verwüsteten Schützengrabens bei Verdun, um einen Angriff mit Handgranaten zu führen.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 29. Februar 1916:

Westfront

Verdun: Blutiger Kampf rund um Fresnes und den hervorstechenden Frontbogen. Falkenhayn stimmt schließlich doch zu, am westlichen Ufer der Maas auch anzugreifen und gibt dafür vier Divisionen und 84 schwere Geschütze frei.
Verluste vor Verdun im Februar: 30.000 Franzosen, 25.000 Deutsche.

Südfronten

Saloniki: Sir R. Ross, der Entdecker der Malaria, schreibt an den General-Direktor der britischen Armee-Mediziner Keogh und drängt auf regelmäßigen Chinin-Verabreichungen und Anti-Moskito-Maßnahmen sowie warnt: ‘Sie haben noch etwa eine zweimonatige Gnadenfrist, bevor üblicherweise die Malaria in dieses Gebiet kommt … ‘.
Italienische Front: Mussolini wird zum Unteroffizier befördert, wegen seinem fortgesetzten Dienst.

Mittlerer Osten

Mesopotamien, Kut: Bisherige britische Verluste im Kampf 2.927 Mann plus 443 Todesfälle aufgrund von Krankheiten.

Seekrieg

Deutschland: Ein Memorandum von Reichskanzler Bethmann an Kaiser Wilhelm II. drückt die Angst aus, dass der uneingeschränkte U-Boot-Krieg zu einer US-Intervention führen wird. Der U-Boot-Krieg soll im Kriegsgebiet wieder aufgenommen werden, aber nur feindliche Schiffe sollen innerhalb oder außerhalb angegriffen werden.
Nordsee: Ein 20-minütiges Gefecht zwischen dem deutschen getarnten Handelszerstörer Greif (306 Besatzungsmitglieder) und dem britischen bewaffneten Hilfskreuzer Alcantara nordöstlich der Shetland-Inseln, wobei beide Schiffe sinken. Der Handelszerstörer Möwe erreicht wieder ungeschoren Deutschland, da die Funksignal-Auswertung der Royal Navy angenommen hat, daß das Schiff nach Westen läuft.
Im Februar geht die Rekordzahl von 14 britische Schiffe durch Minen verloren (davon 4 im Mittelmeer), eine Zahl welche nur noch im April und Mai 1917 erreicht wird.

Luftkrieg

Verdun: Kommandant Peuty übernimmt das Kommando über die französische Luftwaffe in diesem Abschnitt und befiehlt, offensive Kampf-Patrouillen zu fliegen, um deutsche Flugzeuge zu zerstören.

Politik

Deutschland: Die Regierung teilt den USA mit, daß sie nicht den ‘unbegrenzten’ UI-Boot-Krieg ab Mitternacht verschieben wird, welcher tatsächlich aber nur bis Ende Mai verstärkt wird.
Italien: Die Italiener besetzen alle deutschen Schiffe, welche in ihren Häfen liegen.

Heimatfronten

Frankreich: Ein Seetransport-Ausschuss wird gebildet.
Großbritannien: Die National Volunteer Force wird für die Heimatverteidigung aufgestellt.
Eine Verbotsliste für Geschäfte mit Firmen aus feindlichen Staaten in neutralen Ländern wird veröffentlicht.
Feldmarschall French nimmt seinen Sitz im Oberhaus als Viscount Ypern ein.

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