Kriegstagebuch 29. August 1914

Deutsche Infanterie marschiert durch brennendes Dorf

Deutsche Infanterie marschiert durch eine brennende Ortschaft in Nordfrankreich. Marschleistungen von 40 bis 60 km sind keine Seltenheit und in der heißen Sommerhitze hält die Männer zuletzt nur noch das Ziel Paris aufrecht.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 29. August 1914

Westfront

Frankreich: General Joseph Joffre, der französische Oberbefehlshaber, befiehlt der Französischen Fünfte Armee, einen Flankenangriff gegen die deutsche Erste Armee bei Guise durchzuführen, um etwas von dem Druck auf das sich zurückziehende Britische Expeditionskorps im Westen zu nehmen. Der Angriff, welcher zur Schlacht von St.Quentin wird, macht wenig Fortschritte und kostet 6.042 Mann, aber das I. Korps der Fünften Armee unter General Louis Franchet d’Esperey kann vorübergehend den Vormarsch der deutschen Zweiten Armee unter General Karl von Bülow aufhalten. Später ziehen sich die Franzosen nach Aisen zurück.
Bülow fügt zwar 3 französischen Korps eine Niederlage bei, fordert aber trotzdem nun auch den Befehlshaber der benachbarten deutschen Ersten Armee, Alexander von Kluck, auf ihm zu Hilfe zu kommen. Kluck hat den Befehl, nach Westen auf Paris vorzurücken und eine Unterstützung für Bülow würde seine Truppen östlich der französischen Hauptstadt führen. Allerdings glaubt von Kluck, die Briten sind besiegt und keine Gefahr mehr, sodaß seine entblößte rechte Flanke ungefährdet sei. Auch weiß er noch nichts von der neu geschaffenen französischen Sechste Armee nördlich von Paris. Da Kluck nicht Moltke, den Chef des deutschen Generalstabs, zur Klärung erreichen kann, entschließt er sich Bülow auf seine eigene Initiative hin zu unterstützen. Bis zum 2. September ist seine Armee weit zwischen der Marne bei Chateau-Thierry bis zur Oise verteilt.
Dank Luftaufklärung erfährt General Joseph Joffre, der französische Generalstabschef, von Klucks Richtungswechsel und hat seine Pläne für eine massive Gegenoffensive entlang der Marne mit französischen und britischen Truppen entsprechend angepaßt.
Die Basis des BEF wird von Le Havre nach St. Nazaire zurückverlegt. Der BEF-Befehlshaber Sir J. French und der französische Generalstabschef Joffre besprechen sich. Das BEF zieht sich aus Noyon und La Fere zurück.
Die Festungen von Maubeuge geraten unter den systematischen Beschuss durch deutsche schwere Geschütze.

Luftkrieg

Westfront: Ein deutsches Flugzeug wirft 3 Bomben auf den Flugplatz des Royal Flying Corps bei Compiegne.

Afrikanische Fronten

Deutsch-Kamerun: 600 britisch-nigerianische Soldaten mit 5 MGs und 2 Kanone werden mit dem Verlust von 63 Mann von 2 deutschen Kompanien abgeschlagen und ziehen sich nach Tepe zurück. Eine britische Kolonne von Calabar besetzt Archibong an der Küste. Die Belgier erklären sich bereit, den Franzosen zu helfen.

Heimatfronten

Kanada: Die erste Einheit Princess Patricia’s Canadian Light Infantry schifft sich nach Großbritannien ein.

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