Kriegstagebuch 28. September 1918

Bulgarische Soldaten in alliierter Kriegsgefangenschaft

Bulgarische Soldaten in alliierter Kriegsgefangenschaft. Das Ausscheiden Bulgariens aus dem Krieg bringt die gesamte Balkanfront der Mittelmächte zum Einsturz.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 28. September 1918:

Südfronten

Saloniki: Die Waffenstillstandsgespräche beginnen um 16:00 Uhr mit General Lukow und dem bulgarischen Finanzminister, die auf einen neutralen Status hoffen, aber d’Esperey ist unnachgiebig.
Serbien: Die französische 57. Division besetzt Ochrid.
Dolomiten: Ein österreich-ungarischer Angriff im Val Guidicaria wird abgewehrt.

Westfront

Deutschland: HINDENBURG UND LUDENDORFF VEREINBAREN NACH 18:00 UHR DEUTSCHLAND MÜSSE EINEN SOFORTIGEN WAFFENSTILLSTAND AUSHANDELN (DER KAISER GENEHMIGT DIES AM 29. SEPTEMBER).
Flandern – Letzte Schlacht von Flandern (bis zum 11. November): Die alliierte Flandern-Armeegruppe (Köng Albert, Generalstabschef General Degoutte) aus 28 Divisionen mit 2.550 Geschützen (12 belgische mit 170.000 Mann, 10 vom BEF, 6 französische Divisionen) greift nach 3-stündigen Sperrfeuern auf einer 38-Kilometer-Front an. Der Wald von Houthulst und Wytschaete mit 4.000 Kriegsgefangen werden nach einem 6,5-Kilometer-Vorstoss genommen. Die belgischen 4. Karabiniers erstürmen Passchendaele. Die britische Zweite Armee schlägt die Vierte Schlacht von Ypern (bis zum 2. Oktober) mit einem Vorstoß über 7,25 bis 9,5 Kilometer (14,5 km bis zum Ende des 29. Septembers) und erobert Gheluvelt sowie Messines zurück.
Aisne: Italienische Truppen überqueren östlich von Conde den Fluß in einem Überraschungsangriff bei Nacht.

Afrika

Ostafrika: Lettow-Vorbeck überquert den Fluss Rovuma wieder nach Deutsch-Ostafrika zurück, gegenüber von Nagwamira. 8 Flusspferde werden geschossen für Fleisch zur Feier der Rückkehr. Die britische Kartucol-Truppe erreicht den Fluss Lugenda.

Seekrieg

Nordsee: Britische Schiffe und Flugzeuge greifen Zeebrügge an. 11 deutsche Zerstörer evakuieren am 30. September den Hafen und erreichen Deutschland dank mondloser Nächte, Untiefen und rauem Wetter, welche die Harwich Force behindern.
Großbritannien: Die Swan-Hunter-Werft lässt das erste fabrizierte ‘geradlinige’ Handelsschiff War Climax von Stapel, 31 Wochen nach Kiellegung.

Luftkrieg

Westfront: Udet zerstört 2 Airco DH mit US-Besatzungen und erhält eine Schußwunde. Leutnant F. Rumey (45 Luftsiege) von Jasta 4 fällt im Kampf. Bogohl 3 und andere deutsche Bombereinheiten werfen 75.720 kg Bomben ab. Die meisten Besatzungen führen 3 Einsätze in der Nacht vom 28. auf den 29. September durch. Die RAF-Verlust von 424 Mann seit dem 15. September sind die schwersten des Krieges, durchschnittlich 15,5 Verluste pro 100 geflogene Einsätze (1.404 einsatzbereite Flugzeuge).
Palästina und Syrien: RAF-Flugzeuge bombardieren den Flugplatz von Damaskus vom neuen Landeplatz von Kuneitra aus, welcher auf dem Luftweg mit Treibstoff versorgt wird. Ein Flugzeug landet am 1. Oktober bei Damaskus.
Flandern: 24 RAF-Staffeln unterstützen den letzten Vorstoß der Alliierten , unterstützt durch Funktelefone. 6 wichtige Eisenbahnziele werden angegriffen, 27 Flugzeuge gehen bei Tiefflugangriffen verloren.

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