Kriegstagebuch 28. Oktober 1918

Türkische Kavallerie aus Mossul

Türkische Kavallerie rückt aus Mossul heran.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 28. Oktober 1918:

Naher Osten

Mesopotamien – Schlacht bei Sharqat (bis zum 30. Oktober): Das 1. Bataillon der 7. Gurkhas wird nach einem 53-Kilometer-Eilmarsch innerhalb von 21 Stunden Cassels Truppen unterstellt, als dieser gegen 6.000 türkisiche Soldaten mit 24 Kanonen aus Mossul kämpft.

Westfront

Schelde: Die britische 51. Division erobert Mont Houy südlich von Valenciennes, wird aber bis zum 29. Oktober zurück zu den Südhängen durch einen Gegenangriff von 3 deutschen Divisionen getrieben.

Südfronten

Serbien: Die serbischen Truppen erreichen die Linie Uzice-Arandelovac-Pozarevac.
Albanien: Italienische Truppen marschieren in Alessio ein.
Bulgarien: Die britische 22. Division landet in Dedeagach an. Nach zwei Verschiebungen wegen schlechten Wetter wurde sie aus Stavros auf 17 Zerstörern für die Invasion der europäischen Türkei herangebracht, welche nur 16 Kilometer entfernt beginnt. Transporter und Kavallerie kommen am 30. Oktober nach einem zermürbenden Überlandmarsch an. Unter Berthelot entsteht die französische Armee der Donau (bis zum 25. Januar 1920).
Piave: Das italienische XVIII. Korps verstärkt den anglo-italienischen Brückenkopf von Papadopoli und nimmt 3.000 Kriegsgefangene, 7 Kanonen und 150 MGs mit Hilfe britischen Sperrfeuers. Die österreich-ungarische Sechsten Armee gibt um 20:30 Uhr den Befehl zum Rückzug heraus, nachdem die Italiener die drei Brückenköpfe vereinigt haben und schon bis zu 6,5 km vom Fluss entfernt stehen. Der italienische König beobachtet die Operationen von Montello aus. Sitzung der österreich-ungarischen Waffenstillstands-Kommission. Boroevic sagt in der Nacht vom 28./29. Oktober zu Kaiser Karl, daß die Lage ‘unhaltbar’ sei.

Seekrieg

Nordsee – Letzter U-Boot-Einsatz: Das Küsten-U-Boot UB 116 (Emsmann) der Flottille aus Flandern mit einer Besatzung aus Freiwilligen unternimmt eine ‘Selbstmord-Mission’ gegen das Flaggschiff der Grand Fleet Queen Elisabeth, von dem fälschlicherweise angenommen wird, dass es bei Scapa Flow liegt. Der Angreifer wird in einem elektrisch gezündeten Minenfeld zerstört.
Adria: Das deutsche Personal evakuiert Pola, das von Cattaro wird am 30. Oktober verschifft und versenkt bis zum 1. November 10 U-Boote dort und in Fiume selbst.

Luftkrieg

Westfront: 3 Fokker D.VII (2 verloren) fangen Airco DH9 Bomber (1 verloren) über Mons ab und die 205. Squadron der RAF bombardiert Namur (bis zum 30. Oktober).

Politik

Frankreich: Alliierte Waffenstillstands-Konferenz in Paris (bis 30. Oktober).
Österreich-Ungarn: Galizien trennt sich vom Reich der Habsburger. Der tschechische Nationalrat in Prag übernimmt die innere Verwaltung. TSCHECHOSLOWAKEI UNABHÄNGIG.

Heimatfronten

Deutschland: Kaiser Wilhelm II. unterzeichnet eine geänderte Verfassung, sagt ‘… (sein) Amt ist ein Dienst am deutschen Volk’, aber auf Wunsch von Hindenburg kehrt er am 29. Oktober mit dem Zug nach Spa zurück und weigert sich, Prinz Max zu treffen.
Österreich-Ungarn: Das Militärkommando Agram kapituliert gegenüber dem jugoslawischen Rat.
Frankreich: Das BEF paradiert in das kürzlich befreite Lille ein, wobei Churchill anwesend ist.
Kanada: Fünfte Kriegsanleihe.

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