Kriegstagebuch 28. Oktober 1915

Französische Kavallerie mit Gasmasken

Die alte Kriegsführung trifft auf die neue: französische Kavallerie mit Stahlhelm und Gasmasken für Pferd und Reiter gleichermaßen ausgestattet.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 28. Oktober 1915:

Westfront

König George V. wird schwer verletzt. Er besucht die britische Erste Armee bei Labuissiere, südwestlich von Charleroi, reist dann weiter nach Hesdigneul und inspiziert eine Parade des ersten Wing des Royal Flying Corps. Als er an den Männern entlang reitet, jubeln diese plötzlich, wobei sich das Pferd des Königs vor Schreck aufbäumt, auf dem nassen Boden ausrutscht und nach hinten fällt. Der König steckt teilweise unter ihm fest und sein Becken ist an zwei Stellen gebrochen. Er wird schnell nach Aire mit seiner Limousine zurückgebracht und vermerkt später in sein Tagebuch: ‘Ich litt den ganzen Weg unter großen Qualen’. Am 1. November kehrt er nach England zurück.
Die französische Armee übernimmt die M2-Gasmaske (30 Millionen werden bis Februar 1918 hergestellt).

Ostfront

Die deutsch Armee-Abteilung Scholtz wird gebildet.

Südfronten

Isonzo: Der italienisch General Montanari wird bei dem Versuch getötet, Hügel 383 zu nehmen. Heftige Regenfälle und Schlamm im Kampfgelände.
Dolomiten: General Peppino Garibaldi (ein Enkel des italienischen Nationalhelden) greift mit seinen 3 Bataillonen Panettone (genommen am 30. Oktober) und Capello di Napoleone an (am heutigen Tag bereits erobert).

Naher Osten

Gallipoli: Monro übernimmt das Kommando auf Imbros und schickt ein Telegramm an Kriegsminister Kitchener mit der Bitte um Ausrüstungen für die Schützengräben für den Winter und erfahrene Kompanieführer. Er inspiziert bis zum 30. Oktober alle drei Brückenköpfe und fordert deren Räumung am 31. Oktober.

Geheimkrieg

Ägypten: Sykes Bericht an das Kriegsministerium fordert ‘ein neues politisches Büro in Kairo’ für muslimische Propaganda.

Afrikanische Fronten

Tanganjikasee: Die kleine Flottille der Royal Navy aus 2 Motorbooten wird am Lukuga zu Wasser gelassen, nach einem 4.600 km langen Transport von Kapstadt aus.

Seekrieg

Nordsee: Der Kreuzer Argyll zerschellt vor Ost-Schottland (keine Opfer).

Politik

Frankreich: Ministerpräsident Viviani tritt zurück wegen des Fiasko mit den Bulgaren, Briand übernimmt am folgenden Tag das Amt.

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