Kriegstagebuch 28. November 1914

Deutsch Truppen marschieren zu den  neu errichteten Schützengräben

Deutsch Truppen marschieren zu den neu errichteten Schützengräben und schultern das Gewicht von 4,2 kg ihrer Gewehre Modell 1898. Jeder Soldat trägt mindestens 200 Patronen plus all seine persönliche Ausrüstung, einen Mantel und mindestens Rationen fürt einen Tag im Felde.

Kriegstagebuch für Samstag den 28. November 1914:

Westfront

Artois: Deutsche Angriffe rund um Arras. Der französische Dichter Jean de La Ville de Mirmont wird im Alter von 27 Jahren bei einer Landminenexplosion bei Verreiul getötet.

Ostfront

Karpaten: Die Russen kontrollieren wieder die Pässe. Die österreich-ungarische Dritte Armee wird gezwungen, sich zum Fluss Toplya und nach Bartfeld in Nordungarn zurückzuziehen.
Galizien: Das österreich-ungarische XI. Korps zieht sich nach Wieliczka zurück, ca. 13 km östlich von Krakau. Es stand seit dem 22. November im Kampf mit der russischen Dritten Armee. KuK-Generalstabschef von Hötzendorf zieht die österreich-ungarische Vierte Armee wieder südlich der Weichsel zurück.
Großfürst Nikolaus trifft seine 2 Frontkommandeure bei Siedlce bis zum 30. November und beschließt eine Offensive gegen Krakau.

Südfront

Serbien: Putnik befiehlt die Evakuierung von Belgrad nach den alarmierenden Nachrichten über die Gebietsgewinne der österreich-ungarischen Sechsten Armee. Die Frontlinie erstreckt sich zwischenzeitlich über mehr als 110 km.

Seekrieg

Ostafrika: Das Schlachtschiff Goliath und der Kreuzer Fox beschießen Dar-es-Salaam für 15 Minuten (sowie auch am 30. November). Der Gouverneurspalast wird zerstört. Kommandant Ritchie gewinnt dabei nach der außer Gefecht Setzung von 2 deutschen Schiffen das erste Victoria-Kreuz für die britische Marine.
Deutschland: Österreich-Ungarn verkauft an Deutschland 5 U-Boote, welche für seine Marine in Kiel gebaut werden (als U-66 bis U-70 vom 22. April bis 24. Juni 1915 in Dienst gestellt).

Naher Osten

Der deutsche Feldmarschall Goltz wird nach Konstantinopel als des Sultans ‘Adjutant-General’ versetzt. Die Türken verkünden einen – allerdings nur fiktiven – Vorstoß in Richtung des Suezkanal.

Besetzte Gebiete

Belgien: General Bissing ersetzt den nach Konstantinopel befohlen Goltz als Generalgouverneur.

Ferner Osten

Indien: Gefechte bei Miranshah an der Nordwest-Grenze bis zum 29. November.

Heimatfronten

Südafrika: Admiral King-Hall wird darüber in Kenntnis gesetzt, daß die die loyale südafrikanische Armee wieder bereit ist, den Feldzug gegen Deutsch-Südwestafrika fortzusetzen.
Großbritannien: Die Personalien aller Gäste in Hotels müssen bei der Polizei gemeldet werden. Der Profi-Fußball findet weiterhin vor große Besuchermassen statt, trotz der Proteste gegen diese Veranstaltungen in Kriegszeiten.

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