Kriegstagebuch 28. Juni 1916

Italienische Sanitäter mit Gasmasken

Italienische Sanitäter mit Gasmasken.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 28. Juni 1916:

Südfronten

Trentino: Italienische Kavallerie erreichen Pedescala nordöstlich von Arsiero.
Isonzo – Erster großer Gasangriff an der italienische Front bis zum nächsten Tag: mit Hilfe von Hydozyanid-Gasbehältern verursachen die österreich-ungarischen Soldaten in der Nacht zwischen dem Mt.Cosisch und dem Meer 6.600 Opfer unter den schlafenden Soldaten der italienischen 21. und 22. Division. Die Regina-Brigade und das italienische 10. Regiment können die Gräben aber wieder besetzen und die österreich-ungarischen Truppen verlieren 1.988 Mann (davon 416 Kriegsgefangene), darunter auch Opfer durch zurückgewehtes, eigenes Gas.

Westfront

Verdun: Französische Angriffe mit Handgranaten in der Nähe von Höhe 329 und der Befestigung Thiaumont. Deutsche Gegenangriffe scheitern.
Somme: Die Null-Stunde für die alliierte Offensive wird wegen anhaltenden Regen auf den 1. Juli verschoben.

Ostfront

Brussilow-Offensive, Galizien Schlacht von Kolomea (24. Juni bis 6. Juli): Lechitski zerschlägt die österreich-ungarische Siebte Armee an einer 40 km breiten Front östlich von Kolomea, nimmt 10.421 Kriegsgefangene und 4 Geschütze, betritt Kolomea am 29. Juni und steht 20 km südlich davon bis zum 30. Juni.

Naher Osten

Arabischer Aufstand: 3 britische Schiffe landen 8 ägyptische Gebirgsgeschütze, 4 MGs und 3.000 Gewehre in Jeddah an.
Persien: Baratows 8.500 Mann mit 14 Kanonen halten die türkische 2. Division bei Karind bis zu ihrem Rückzug auf Kermanshah (was auch am 30. Juni evakuiert wird) in der Nacht auf.

Afrikanische Fronten

Victoria-See: 320 britische Soldaten landen und besetzen Bukoba.

Luftkrieg

Westfront: Starker Regen und niedrige Wolken bis zum 30. Juni schränken die Operationen ein. 111 Personalverluste beim Royal Flying Corps seit dem 1. Juni sowie 17.000 Flugstunden.

Politik

Großbritannien und Frankreich distanzieren sich vollständig von ihrer Londoner Erklärung.

Heimatfronten

Russland: Generalstabschef Alexejew schlägt dem Zaren einen Militärdiktator für den Nachschub vor.
Deutschland: Liebknecht wird zu 2 Jahren Zwangsarbeit verurteilt (welche am 23. August auf 4 Jahre erhöht wird) und aus der Armee entlassen. 55.000 Arbeiter legen deshalb aus Protest für 3 Tage die Arbeit nieder.
Großbritannien: Es wird berichtet, daß 400 deutsche Unternehmen nach wie vor im Ausland Handel treiben.

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