Kriegstagebuch 28. August 1914

Deutsches Flugzeug über Schlachtfeld von Tannenberg

Ein deutsches Aufklärungsflugzeug über dem Schlachtfeld von Tannenberg. Für die 8. Armee in Ostpreußen ist es von entscheidender Bedeutung, daß sich per Luftaufklärung und dem Abhören des Funkverkehrs Gewißheit über die russischen Bewegungen macht, welchen diesem wiederum fehlt.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 28. August 1914

Ostfront

Ostpreußen: Francois stößt in Richtung Osten auf Neidenburg vor, um Samsonows einzuschließen, welcher sich zu seinen Truppen begeben hat und einen allgemeinen Rückzug befiehlt. Rennenkampf nimmt Rastenburg. Hindenburg und Ludendorff verlegen ihr Hauptquartier nach Tannenberg und Goltz 1. Landwehr-Divison kommt per Bahn aus Schleswig-Holstein als Verstärkung an.
Polen – Komarow: Das russische V. Korps zerschlägt die österreich-ungarische 15. Division (4.000 Kriegsgefangene und 20 Kanonen erbeutet), aber das österreich-ungarische XIV. Korps unter Erzherzog Joseph Ferdinand verjagt die russische 61. Division unter nimmt 40 Kanonen.

Seekrieg

Nordsee – Schlacht in der Helgoländer Bucht: Ein britisches Kreuzergeschwader, bestehend aus 5 Schlachtkreuzern, 8 Kreuzern und 31 Zerstörern, stößt in deutscher Gewässer vor, um Teile der deutschen Hochseeflotte in einen ungleichen Kampf zu verwickeln und deutsche Kriegsschiffe daran zu hindern, Transportkonvois mit Verstärkungseinheiten des BEF im Ärmelkanal anzugreifen. Das Gefecht, was als Schlacht in der Helgoländer Bucht bezeichnet wird, beginnt um 7 Uhr. Britische Leichte Kreuzer und Zerstörer unter Kommodore Tyrwhitt überraschen die deutschen Torpedoboote und besiegen diese.
Aber die Deutschen erholen sich von dem Schock schnell und stärkere Kriegsschiffe beginnen ihre Ankerplätze auf der Jade zu verlassen, um die Eindringlinge anzugreifen. Anfangs sieht es so aus, als ob sie den britischen Schiffen starke Verluste zufügen würden, als plötzlich die 5 Schlachtkreuzer von Admiral Sir David Beatty auf der Bildfläche erscheinen und den Rückzug der anderen britischen Schiffe decken. Die deutschen Schlachtkreuzer verlassen ihren Hafen zu spät, um noch einzugreifen.
Kein britisches Schiff sinkt während der Schlacht, während die Deutschen die Kreuzer Mainz, Köln, Ariande und das Torpedoboot V187 verlieren sowie 3 weitere Kreuzer beschädigt werden. Die Briten sehen die Schlacht als eindeutigen Erfolg an, ihre Euphorie soll aber vor allem die eigenen Fehler bei der Planung und Durchführung solcher komplexen Seeoperationen vertuschen und beschreit vor allem das Glück, welches sie mit dem rechtzeitigen Eintreffen ihrer Schlachtkreuzer hatten. Trotzdem hatte die Schlacht negativen Einfluss auf das Selbstbewußtsein und die Moral der deutschen Flottenführung. Kaiser Wilhelm II. warnt seine Marinebefehlshaber davor, daß die deutsche Hochseeflotte sowieso schon der britischen Flotte zahlenmäßig unterlegen sei und sich deshalb nicht solche Verluste erlauben könne. Pläne, die Hochseeflotte für größere Operationen in der Nordsee zu verwenden, werden daraufhin verworfen.

Westfront

Frankreich: Kaiser Wilhelm II. befiehlt den Vormarsch in Richtung Paris. Deutsche Truppen erobern das Fort Manonviller (Avricourt) und Montmedy. Der Befehlshaber des BEF, Sir J. French, hält sich in Compiegne auf. Die deutsch Dritte Armee rückt auf Rethel vor, nachdem sich die französische Vierten Armee auf den Fluß Aisne zurückzieht.
Lothringen: Foch wird zurückgerufen, um 7 Divisionen an der Aisne als neue Neunte Armee am linken Flügel der Vierten Armee zu übernehmen. Das BEF überschreitet den Fluß Somme und zieht sich auf Noyon und La Fere zurück, wo dessen Kavallerie 300 deutsche Verluste verursacht. Joffre stellt die Fünfte Armee für einen Gegenangriff bereit.
Elsass: Die französische Garnison von Belfort stößt bis zum 10. September 18 km weit ins Elsass vor.
Maas: Signy l’Abbaye wechselt 3 mal den Besitzer, während Dubois IX. Corps sich gegen den Vorstoß von Hausens Korps auf Rethel (an der Aisen) stemmt.

Südliche Fronten

Italien: Die Italiener verstärken ihre Truppen in Friaul im Nordosten. Am Tag zuvor ist ihr Außenminister Di San Giuliano mit Cadornas Argument nicht einverstanden, daß eine sofortige italienische Mobilisation und ein militärisches Eingreifen den Krieg entscheiden kann. Kriegsminister Vetos ist gegen die Aufnahme von 7.500 neuen Offiziere in die italienische Armee.
Der österreichische General Rohr wird Oberbefehlshaber an der italienischen Grenze, der sogenannten Südwestfront.

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