Kriegstagebuch 27. Oktober 1918

britischer Soldate bewacht eine Gruppe von österreich-ungarischen Kriegsgefangenen

Ein einsamer britischer Soldate bewacht eine Gruppe von österreich-ungarischen Kriegsgefangenen an der Piave.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 27. Oktober 1918:

Südfronten

Piave: Österreich-ungarische Gegenangriffe erobern kurzzeitig den Mt. Pertica, sowie Istrice und Valderoa mit 600 Kriegsgefangenen zurück. Nachdem die Italiener und Briten ab 6.45 Uhr durch die Piave gewatet sind, bilden sie drei Brückenköpfe über den Fluß, die bis zu 3 km tief sind und haben dabei 7.800 Kriegsgefangene und 74 Geschütze erbeutet. Österreich-ungarische Artillerie zerstört 3 Brücken bis 8.00 Uhr, aber Teile von 2 österreich-ungarischen Divisionen weigern sich, einen Gegenangriff durchzuführen. Die Achte und Zwölfte Armee sind auf Schwimmer (82 Caimani di Piave) und Luftversorgung angewiesen, da 5 neue Brücken nur kurzlebig sind und nur 17 Bataillone den Fluß in der Nacht vom 27./28. Oktober überqueren konnten.

Westfront

Ein deutscher Angriff nordwestlich von Le Quesnoy wird abgewehrt.
Aisne: Angriffe der französischen Fünften Armee auf einem 12 km langen Frontabschnitt nordwestlich von Chateau Porcien (westlich von Rethel), schwerer Beschuss von Seraincourt im Nordwesten am 28. Oktober.
Maas und Argonnen: Die 78. US-Division (ca. 5.000 Verluste) erobert Grandpre nach Kämpfen seit dem 25. Oktober.

Luftkrieg

Westfront: Der kanadische Major W. Barker in einer Sopwith Snipe der 201. Squadron kämpft im Alleingang gegen 5 Formationen mit insgesamt ca. 60 Flugzeugen über dem Mormal-Wald. Er schießt 4 ab (50 Luftsiege insgesamt), erhält 3 Wunden und macht eine Notlandung hinter den britischen Linien. Ihm wird das Victoria Cross am 30. November verliehen.
Italienische Front: 6 RE8s werfen 5.000 Schuss Munition mit dem Fallschirm ab, um britische Truppen zu versorgen. 9 Sopwith Camel Jäger zerstören 3 österreich-ungarische Ballons. Österreich-ungarische Flugzeuge bombardieren erfolglos Brücken der Alliierten über die Piave.

Politik

Österreich-Ungarn: Kaiser Karls Telegramm an den deutschen Kaiser Wilhelm II. besagt ‘Mein Volk ist weder fähig noch willens, den Krieg fortzusetzen …. Ich habe die nicht änderbare Entscheidung getroffen, einen Separatfrieden und einen sofortigen Waffenstillstand zu suchen’. ÖSTERREICH-UNGARN FRAGT NACH EINEM WAFFENSTILLSTAND AN (über Stockholm), EBENSO WIE DEUTSCHLAND. Lammasch folgt Hussarek (zurückgetreten) als österreichisch-ungarischer Ministerpräsident (bis zum 31. Oktober), empfängt den tschechischen Botschafter am 30. Oktober.

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