Kriegstagebuch 27. April 1915

britisches Feldlazarett

Ein britisches Feldlazarett in Belgien während der Kämpfe um Ypern. Sanitäter versorgen die Leichtverwundeten.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 27. April 1915:

Westfront

Ypern: Alliiertes Vorrücken, französische Truppen erobern Lizerne zurück. Feldmarschall French ersetzt Smith-Dorrien durch Plumer im Kommando über die britische Zweiten Armee wegen dessen ‘Pessimismus’.

Ostfront

Galizien: Heeresgruppe Mackensen gebildet, welche auch die österreich-ungarischen Armeen beinhaltet.
Polen: Die zur Ablenkung gedachte Neunte Armee (neuer Befehlshaber der 69-jährige Prinz Leopold von Bayern) greift im Nordwesten an.
Baltikum: Strategische Ablenkungsmanöver durch Lauensteins 3 Kavallerie und 3 Infanteriedivisionen (Gruppe am 22. April gebildet) in Richtung Shavli entlang der Libau-Dvinsk-Eisenbahnstrecke, welche am 30. April zwei Bahnhöfe nimmt.
Karpaten: Russische Kavallerie schlägt die österreich-ungarische Siebte Armee bei Gorodenko bis zum nächsten Tag.

Südfronten

Österreichisch-italienische Grenze: Die österreich-ungarischen Truppen beginnen mit dem Bau einer improvisierten Verteidigungslinie.

Mittlerer Osten

Gallipoli: Die alliierten Truppen graben sich auf der Helles-Halbinsel ein, aber nur 28 Kanonen befinden sich an Land.
Armenien: Erste Schlacht von Tortum (bis zum 12. Mai).

Seekrieg

Adria: Das österreich-ungarische U-Boot U 5 (Georg Baron Trapp) versenkt in der Nacht vom 26./27. April den französisch Kreuzer Leon Gambetta (Admiral Senes) in Straße von Otranto. Senes und alle Offiziere sind unter den 684 Ertrunken, nur 137 Überlebende. Alle französischen Kreuzer werden jetzt von Otranto-Blockade zurückgezogen sowie alle U-Boote von dem Stützpunkt Navarino (Griechenland).
Die österreich-ungarische Flotte erhält eine Warnung vor einem wahrscheinlichen Krieg mit Italien.
Dardanellen: Das britische U-Boot E14 versenkt ein türkisches Kanonenboot im Marmarameer und am 29. April ein Transportschiff. Das australische U-Boot AE2 versenkt sich selbst, nachdem es vom türkischen Torpedoboot Sultanhisar beschädigt worden ist (32 Kriegsgefangene).
Das Schlachtschiff Queen Elizabeth versenkt ein türkisches Transportschiff mit 4 Schüssen auf einer Entfernung von 11,5 km.
Viele türkische Truppen, welche für Gallipoli vorgesehen sind, werden nun auf den Landweg umgeleitet.

Heimatfronten

Deutschland: Der Vorsitzende des Großdeutschen Vereins teilt dem Kronprinzen mit, falls es zu einem unbefriedigenden Frieden kommen würde, ‘… ist eine Revolution nur eine Frage der Zeit.’
Großbritannien: Die schlechten Nachrichten von Gallipoli werden veröffentlicht. Kitchener bekommt vom Kabinett die Erlaubnis, ebenfalls mit Gasangriffen zurückzuschlagen.

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