Kriegstagebuch 26. Oktober 1914

Gavrilo Princip

Gavrilo Princip, der Attentäter, dessen Schüsse zwei Menschenleben und eine Ära auslöschten. Der serbische Student war zur Tatzeit 18 Jahre alt, was ein Todesurteil gegen ihn ausschließt. Trotzdem stirbt er 1918 im Gefängnis an Tuberkulose.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 26. Oktober 1914:

Heimatfronten

Österreich-Ungarn: Die Angeklagten im Sarajewo-Prozess werden für schuldig befunden. Alle Angeklagten, mit Ausnahme des Attentäters Princip, haben ebenfalls auf Schuldig plädiert. Die Urteile am 29. Oktober lauten für alle Angeklagten unter 20 Jahren auf bis zu 20 Jahre Gefängnis (also auch für Princip). 5 Todesurteile werden später umgewandelt, 10 der Angeklagten werden freigesprochen.

Westfront

Flandern: Heftige Kämpfe an der Yser. Der belgische König Albert lehnt den Vorschlag eines Rückzugs über 10 km zum Furnes-Kanal ab.
Aisne: Deutsche Truppen greifen vergeblich die französische Fünfte Armee zwischen Craonne und Berry-au-Bac an.

Ostfront

Polen: Die russische Vierte und Neunte Armee sind siegreich entlang der Frontlinie Petrokow-Radom gegen die österreich-ungarische Erste Armee, welche 40.000 Mann verliert und sich zurückzieht. Die deutschen Truppen haben sich über 100 km in 6 Tagen zurückgezogen und planmäßig alle Straßen- und Schienen-Verkehrswege hinter sich zerstört.

Seekrieg

Armelkanal: U-24 (Schneider) torpediert das französische Handelsschiff Admiral Ganteaume ohne Vorwarnung, welches 250 belgische Flüchtlinge an Bord hat und irrtümlich als Truppentransport angesehen wurde. 40 Menschen kommen durch den Ausbruch einer Panik an Bord vor Kap Nez ums Leben.
Nordsee – Flandern: Der Vor-Dreadnought Venerable tritt Hoods Geschwader bei und ihre 12-inch-Geschütze versursachen verheerende Schäden unter den deutschen Truppen.

Südliche Fronten

Albanien: Italienische Marineinfanterie landen bei Valona.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Oberst Mayers 1.190 anglo-französische Soldaten in 6 bewaffneten Booten erobern Edea an der östlichen Eisenbahnstrecke über den Fluss Nyong hinweg.
Südafrika: Die Regierung verspricht keine Maßnahmen gegen diejenigen zu ergreifen, welche zwar den aktiven Militärdienst verweigern, aber friedlich zu Hause bleiben.

Luftkrieg

Westfront: Eine BE2 der 4. Staffel des Royal Flying Corps, markiert mit dem britischen Union Jack, wird irrtümlich von Truppen des Britischen Expeditionskorps abgeschossen. Das Hauptquartier des Royal Flying Corps schlägt daher am 30. Oktober die Übernahme von Markierungen im französischen Stil vor, mit einem umgekehrten blauen Kreis und einem roten Rahmen.

Geheimkrieg

Osmanisches Reich: Der britische Militär-Attaché in Konstantinopel berichtet, daß ein Zug Aleppo in Richtung Basra verlassen hat und mit Seeminen für den Schatt-al-Arab beladen ist.

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