Kriegstagebuch 26. November 1914

deutscher 76-mm-Minenwerfer

Der kleinste deutsche Minenwerfer ist dieses 76-mm-Modell mit 100 kg Gewicht, einer Reichweite von 1.000 m, 20 Schuß per MInute und 6 Mann Bedienung. Die deutsche Armee verwendete Minenwerfer schon vor dem Krieg und hatte dadurch einen Vorteil in den ersten Grabenkämpfen. Dieses Foto von der ziehenden Mannschaft stammt allerdings aus dem späten Kriegsverlauf.

Kriegstagebuch für Donnerstag den 26. November 1914:

Westfront

Flandern: Ein deutscher Angriff auf den Yser-Kanal schlägt fehl. Das Britische Expeditionskorps stellt den Trench Mortar Service (Graben-Mörser-Einheit, auch als ‘Selbstmord-Klub’ bezeichnet) in der Nähe von Bethune auf. Zuerst besteht die Einheit aus 11 Männer mit zwei 6-Zoll-Mörser noch aus dem Krimkrieg, aber 100 Kopien des deutschen Minenwerfer werden bis Weihnachten geliefert.

Ostfront

Bukowina: Die österreich-ungarischen Truppen evakuieren wieder Tschernowitz.

Südfronten

Serbien: Österreich-ungarische Truppen überqueren den Fluss Sava in der Nähe des Kolubara-Zusammenflusses mit der Unterstützung von 3 Fluss-Monitoren, aber die Hälfte der Landungstruppen wird vernichtet.

Naher Osten

Arabien: Der ANZAC-Truppenkonvoi verlässt Aden in Richtung Suez, wo er am 30. November ankommt.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Deutsche Truppen zwingen 150 französische Soldaten, welche 50 Mann verlieren, sich wieder nach Edea zurückzuziehen.

Seekrieg

Nordsee: Das Schlachtschiff Bulwark wird durch eine interne Explosion während des Beladens mit Munition in Sheerness zerstört. Es gibt 793 Tote und nur 12 Überlebende. Eine Untersuchungskommission schließt Sabotage am 15. Dezember aus.
Ärmelkanal: Churchill kabelt dem Marinebefehlshaber von Portsmouth, daß ‘es notwendig ist dem deutschen U-Boot, welches Schiffe mit Geschützfeuer vor Le Havre versenkt, eine Falle zu stellen. Ein kleiner oder mittelgroßer Dampfer sollte dafür verwendet werden …’. Das erste sogenannt Q-Schiff wird der Küstenfrachter Victoria, welcher sich aber als unbrauchbar erweist, und am 9. Dezember auser Dienst gestellt wird. Gleichzeitig wird auch das erst von 7 französischen Q-Schiffen, Marguerite, in Dienst gestellt.

Heimatfronten

Österreich-Ungarn: Generalstabschef von Hötzendorf informiert den Ministerpräsident über die panslawistischen, anti-österreichischen Tendenzen in Böhmen, Mähren und Schlesien, aber der Kaiser lehnt den Vorschlag der Einführung der Militärgerichtsbarkeit in diesen Provinzen ab.
Frankreich: Präsident Poincare verleiht dem französischen Oberbefehlshaber Joffre die Auszeichnung Medaille Militaire. Joffre eröffnet das GQG (Grand Quartier Général – Oberstes Hauptquartier) anschließend am 29. November in Chantilly.

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