Kriegstagebuch 26. April 1915


Landung am Strand von Gallipoli

Alliierte Streitkräfte bei der Anlandung am Strand von Gallipoli.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 26. April 1915:

Mittlerer Osten

Gallipoli: Die Alliierten erstürmen Hügel 141 und sichern den V-Strand. Türkische Angriffe auf die Anzac- und Y-Strände werden zurückgeschlagen, aber letzterer wird nach einer Panik aufgegeben.

Westfront

Kitchener erklärt, dass ‘Deutschland auf Handlungen (Gasangriffe) zu verzichten hat, welche wie die der Derwische (Türken gegen Armenier) aussehen.’
Ypern: 15.000 britische Soldaten führen eine Gegenangriff durch. Die Lahore-Division lößt die Kanadier ab, welche schon 5.200 Mann Verluste haben. Die Deutschen antworten mit dem Einsatz von Gas. Die 149. Northumberland-Brigade sichert und hält vergeblich das südliche Ende von St. Julien und erleidet dafür 1.964 Mann Verluste, einschließlich ihrem kommandieren Brigade-General Riddell, welcher getötet wird. Insgesamt 4.000 Mann britische Verluste.
Deutscher Gasangriff auf französische und belgische Truppen südlich von Diksmuide.
Elsass: Hin und her wogender Kampf um Hartmannsweilerkopf. Die Franzosen können den Kamm sichern, nachdem sie ihn zuvor zusammen mit 4 Kompanien verloren haben.

Südfronten

Österreichisch-italienische Grenze: Der Italienisch-alliierte Vertrag von London löst die Verschiebung von 3 österreich-ungarischen Korps (XV. und XVI. mit ca. 282 Kanonen von der serbischen Front und das VII. Korps mit 162 Kanonen von der Ostfront) an die italienische Grenze aus. Die bisher dort schon vorhandenen Truppen werden in 5 neue Divisionen gegliedert (90. bis 94. Division), insgesamt ca. 81.400 Mann mit 324 Kanonen, ohne die Festungstruppen und Festungsartillerie.

Afrikanische Fronten

Deutsch-Südwestafrika: Der südafrikanische General Botha wehrt deutsche Truppen bei Trekopjes ab, hauptsächlich wegen seiner neuen Panzerwagen, welche deutsche Aufklärungsflugzeuge mit Feldküchen verwechselt haben.
Ostafrika: Kommandeur Spicer-Simson übernimmt den Befehl über eine Marine-Afrika-Expedition zum Tanganjikasee, nachdem der Großwildjäger J. Lee die Admiralität am 21. April davon überzeugt hat.
Senegal: Schwarze für den Militärdienst zugelassen.

Seekrieg

Deutschland: Das erste UC-Klasse Küstenminenleger-U-Boot läuft in Hamburg von Stapel (10 Stück bis zum 15. Juli, welche alle im Krieg verloren gehen).

Luftkrieg

Westfront – erste Auszeichnung eines britischen Fliegers mit dem Victoria Cross: Leutnant Rhodes-Moorhouse vom Royal Flying Corps fliegt mit seiner BE2 einen Angriff mit einer 100-Pfund-Bombe auf den Bahnhof von Courtai. Schwer verwundet durch intensives Feuer aus Flak und Handfeuerwaffen fliegt er 60 km zurück zu seiner Bais Merville, wobei er weitere Verwundungen erleidet. Posthum wird er mit dem Victoria Cross am 22. Mai ausgezeichnet.
7 BE2 und 2 RE5 werfen Bomben aus Züge im Bereich von Gent, mit denen das Royal Flying Corps versucht, Truppenverschiebungen von dort nach Ypern zu stören. 11 BE2c und 2 RE werden zu 7 Bahnhöfen und Zügen auf der Strecke Staden-Cortemarck-Roulers geschickt.

Politik

LONDON-PAKT: ITALIEN SSCHLIESST SICH HEIMLICH DEN ALLIIERTEN AN, nach Gesprächen seit dem 23. April.

Heimatfronten

Osmanisches Reich: Der deutsche General Posseldt informiert von Erzerum aus den deutschen Botschafter: ‘Die Armenier wären vollkommen ruhig geblieben, wenn sie nicht belästigt und provoziert worden wären … ‘.
Großbritannien: Kitchener und Asquiths Ansprache an das Parlament zu angeblichen deutschen Kriegsverbrechen.

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