Kriegstagebuch 25. September 1915

Livins-Gasggranaten-Werfer

Der britische Livins-Gasggranaten-Werfer ist eine einfache Stahlröhre, die im Boden versenkt wird. Eine Gasgranate wird darin mit einem elektrischen Zünder abgefeuert.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 25. September 1915:

Westfront

Champagne – FRANZÖSISCHE HERBSTOFFENSIVE mit 16 Divisionen unter fliegenden Fahnen und dem klingendem Spiel der Militärkapellen ab 9:15 Uhr im strömenden Regen, welcher bis zum 29. September anhält. Die 10. Kolonial-Division (deren General Marchand verwundet wird) stösst innerhalb einer Stunde 2.500 Meter vor. Der Angriff dringt 3,3 km weit in die vorderste deutsche Linie auf einer Breite von 25 km ein, wobei 1.000 Kriegsgefangene und 17 Kanonen genommen werden.
Ersteinsatz des französischen schweren 24-cm-Mörser Batignolles, welcher 87-kg-Granaten verschießt und ab 1916 auch vom BEF verwendet wird.
Falkenhayn schickt 3 1/2 Divisionen Verstärkungen für die deutschen Verteidiger.
Artois Schlacht von Loos oder Dritte Schlacht von Artois (bis zum 8. Oktober): nach 25 Tagen Beschuß durch 951 Geschütze erfolgt der britische Angriff mit 6 Divisionen um 6:30 Uhr auf einer 10,5 km breiten Frontlinie südlich vom Le Bassee-Kanal bis östlich von Grenay-Vermelles. Die Briten stoßen bis zu 4.000 Meter vor und nehmen Teile des Hohenzollern Redoubt, das Dorf Loos und Hügel 70, aber die zweite deutsche Linie fängt den Angriff auf. Feldmarschall French gibt die zwei Reservedivisionen erst um 12:30 Uhr frei, während Prinz Rupprecht bis zu 22 Bataillone Verstärkung schickt.
Die französische Zehnte Armee greift mit 14 Divisionen um 12:25 Uhr an, aber es gelingt ihr nur den Rest vom ‘Labyrinth’ zu nehmen.
Alliierte Ablenkungsangriffe an der Yser, in der Nähe vom Ypern-Comines-Kanal, Bois Grenier, in der Nähe von Neuve Chapelle und in der Nähe von Givenchy.
Erster britischer Einsatz von Giftgas: 2400 Chlorflaschen mit 70t Gas werden hinter einer Nebelwand durch Stokes-Mörser zum Einsatz gebracht. Es gibt 2.400 deutsche Opfer, darunter 600 Tote.

Ostfront

Die Stärke der österreich-ungarischen Truppen ist von 480.000 auf 230.000 Mann seit dem 1. September abgefallen.
West-Russland: Russische Truppen können Drisviati südlich von Dünaburg zurückerobern.
Pripjet: Die deutsche Bug-Armee überquert den Fluss Styr bis am nächsten Tag, wird aber nördlich von Pinsk zurückgeschlagen.

Südfronten

Serbien: Der britische Kriegsminister Kitchener und am folgenden Tag auch Außenminister Sir E. Grey versuchen dem serbischen Oberstleutnant Pavlovic (Stellvertreter vom Oberbefehlshaber Putnik) einen Präventivschlag gegen Bulgarien abzuringen, aber Pavlovic fordert, dass 100.000 alliierte Truppen zur Abschreckung nach Veles in Griechenland gesendet werden. General Bailloud (bei Gallipoli) befiehlt, eine französische Division zum Einsatz für Saloniki aufzusparen.
Italienische Front: Cadorna ersetzt General Nava von der italienischen Vierten Armee durch General di Robilant.

Afrikanische Fronten

Süd-Tunesien: Die Franzosen räumen zwei Grenzposten. Remsta wehrt einen 27-stündigen Angriff bis zum nächsten Tag ab.

Seekrieg

Ostsee: Die russische Flotte beschießt deutschen Stellungen am Golf von Riga.

Luftkrieg

Deutschland: 25.000 Reichsmark Abschußprämie auf den Anführer der französischen Tagesbomber-Einheit Esc MF29, Hauptmann Happe, ausgesetzt. Er entkommt Boelcke bei einem Angriff auf Rottweil, während die beiden anderen Bomber abgeschossen werden.
Westfront: Das Royal Flying Corps verfügt nun über 12 Staffeln mit 189 einsatzbereiten Flugzeuge und 4 Ballon-Abteilung des Royal Navy Air Service.
Besetztes Belgien: 8 Flugzeuge des Royal Navy Air Service aus Dünkirchen werfen 28 Bomben auf die Tirpitz-Batterie (nur ein Treffer).

Politik

Serbien: Die Regierung verspricht Doiran und Gevgeli den Griechen und keinen Anspruch auf Strumitsa zu erheben.

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