Kriegstagebuch 25. November 1914

Bei Lodz gefangengenommene russische Soldaten

Bei Lodz gefangengenommene russische Soldaten warten auf ihren Abtransport.

Kriegstagebuch für Mittwoch den 25. November 1914:

Ostfront

Polen: General Schäffers 3 deutsche Divisionen und 140 Geschütze des XXV Reservekorps entkommen von ihrer Einschließung bei Lodz und brechen nach Nordwesten durch eine 6-7 km breite Lücke aus, zusammen mit 16.000 russischen Kriegsgefangenen und 64 erbeuteten Kanonen. Dabei belaufen sich ihre Verluste auf 1.500 Gefallene und 2.000 Verwundete.
Galizien: Artillerie-Duelle beginnen um Przemysl. Die österreich-ungarische Erste und der Vierte Armee brechen ihre Offensive ab, bei der sie seit dem 16. November zwar 26.000 Kriegsgefangene eingebracht haben, aber auch schon 55.000 Gefallene zu verzeichnen haben.
Karpaten: Die russische 2. provisorische Kosaken-Division beginnt mit Überfällen in Ungarn.

Westfront

Ypern: Die als ‘Scharfschützen-Nester’ verrufenen Gerfeld-Bauernhöfe in der Nähe von Ypern werden durch die Briten in die Luft gesprengt.
Artois: Deutscher Artilleriebeschuß von Arras.

Südfronten

Montenegro: Der französischen Marine-Mission wird befohlen sich aus Montenegro zurückzuziehen und ihre 4 Schiffsgeschütze den montenegrinischen Truppen zu überlassen.

Afrikanische Fronten

Südafrika: Kemps Rebellensoldaten tauchen im Westen in der Kalahari-Wüste unter. 580 von ihnen erreichen Nakob und Mantz in der Nähe der südwestafrikanischen Grenze.

Politik

Der türkisch-deutsche Vertrag von 1890 wird ergänzt und erweitert.
Santo Domingo: Die Regierung erklärt ihre Neutralität.

Heimatfronten

Großbritannien: Das 1. Kriegsrat über die generelle Kriegspolitik und zeitliche Vorgehensweisen wird abgehalten. Eine deutsche ‘Invasion wird als unwahrscheinlich beurteilt’.
Russland: Ein Polnischer Nationalrat unter russischer Duldung wird in Warschau gebildet, welcher in seinem Manifest feststellt, daß Deutschland besiegt werden muß. Die Gendarmerie von Minsk meldet bolschewistische Zellen in mehreren Einheiten, vor allem in Eisenbahn-Bataillonen.

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