Kriegstagebuch 22. September 1914

Panzerkreuzer Cressy

Panzerkreuzer Cressy. Ihr Schicksal war ein schreckliches Omen für die Zukunft. In einer geraden Reihe vor der holländischen Küste langsam dahindampfend, zusammen mit zwei ihrer Schwesterschiffe – Hogue und Abukir – wurde sie von dem deutschen U-Boot U-9 angegriffen. Alle drei Kreuzer wurden versenkt, einer nach dem anderen, mit dem Verlust von 1500 Mann.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 22. September 1914:

Seekrieg

Nordsee: Die 3 alten britischen Panzerkreuzer Abukir, Cressy und Hogue werden von U-9 (Weddigen) innerhalb einer Stunde torpediert und alle versenkt. Es gibt 1.459 Tote, 837 Mann werden durch Fischereiboote und Einheiten der Harwich-Flotillie gerettet.
Indischer Ozean: Der deutsche Leichte Kreuzer Emden beschiesst die Einrichtungen der Burmah-Öl-Gesellschaft bei Madras mit 125 Granaten. 50.000 t Öl werden in Brand gesetzt.
Pazifik: Spee beschiesst Papeete auf Tahiti und torpediert das alte französisch Kanonenboot Zelee.

Westfront

Erste Schlacht von Picardie (bis 26. September) beginnt, als die französische Zweite Armee Roye und Montdidier erreicht, nur um am nächsten Tag blockiert zu werden. Der französische Schriftsteller Leutnant Alain-Fournier fällt im Alter von 27 Jahren, als er einen Zug bei einem Sturmangriff bei Vaux-les-Palaneix anführt. Eine französische Brigade erobert Douai zurück.
Belgien: 7 Abteilungen (insgesamt 700 Mann) der belgischen ‘Freiwilligen Radfahrer’ verlassen Antwerpen und unterbrechen deutsche Eisenbahnverbindungen in drei Provinzen.

Ostfront

Polen: Die neue deutsche Neunte Armee mit 250.000 Mann kommt nördlich von Krakau an. Nur noch 2 Korps verbleiben in Ostpreußen. Großherzog Nikolaus hält Kriegsrat in Kholm ab und will an der Weichsel umgruppieren, um Ludendorff in eine Falle laufen zu lassen und dann nach Deutschland einzufallen.
Galizien: Die Russen nähern sich Przemysl, welches schon erstmals am 18. September beschossen wurde.

Afrikanische Fronten

Ostafrika: Botha wird britischer Befehlshaber in Ostafrika. Das an der Küste gelegene Fort Majoreni wehrt 300 deutsche Soldaten ab. Die Briten evakuieren dann aber nach Gazi, 40 km südlich von Mombasa (Ankunft am 26. September). Das deutsche Ziel ist es ab dem 29. September diesen Hafen zu erobern und zu zerstören, aber der erwartete Kreuzer Königsberg trifft nicht zur Unterstützung ein.

Luftkrieg

Deutschland: Erster britische Luftangriff auf Deutschland. 4 Sopwith Tabloid der Royal Navy
greifen von Antwerpen aus die Zeppelin-Hallen in Köln und Düsseldorf an. Flug-Leutnant Collet wirft 3 x 20-Pfund-Bomben (UXB) in Düsseldorf ab.
Westfront: Eine BE2 des Royal Fyling Corps wird beim Versuch, einen deutschen Aufklärungs-Ballon zu bombardieren, von einem Albatros-Zweisitzer angegriffen. Der englische Pilot wird dabei verwundet.
Großbritannien: Das Luftschiff Beta der Royal Navy patrouilliert über dem nebelverhangenen London, um die Sichtbarkeit potenzieller Ziele für deutsche Zeppelin-Angriffe auszutesten.

Heimatfronten

Großbritannien: Die Regierung bestellt zusätzlich 50 Vickers-MG für die französische Armee.

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