Kriegstagebuch 22. November 1914

Albatros B startet von Flugfeld

Ein unbewaffneter Albatros-B-Aufklärer hebt von einem Flugfeld an der Westfront ab – eine leichte Beute für jedes bewaffnete alliierte Flugzeug.

Kriegstagebuch für Sonntag den 22. November 1914:

Luftkrieg

Westfront: Die Leutnants A. Strange und F.G. Small der 5. Squadron kehren von einer Aufklärungsmission mit einer Avro 504, welche mit einem per Seil befestigten Lewis-MG über dem Beobachtersitz ausgerüstet ist, zurück und treffen in einer Höhe von 2.100 Metern auf einen deutschen Albatros-Zweisitzer. Nachdem sie 2 Munitionstrommeln auf den Albatros verschossen haben, dreht der Pilot ab und macht eine Notlandung nahe Neuve-Eglise (südwestlich von Messines), hinter den britischen Linien. Strange und Small landen in der Nähe, um die Deutschen gefangen zu nehmen. Sie sehen den Beobachter, einen Unteroffizier, ziehen in aus dem Cockpit, werfen ihn hinunter und treten ihn. Die britischen Piloten zählen 20 Einschusslöcher in dem notgelandeten Albatros.
Der Befehlshaber des Royal Flying Corps, Generalmajor Sir D. Henderson, wird vorübergehend kommandierender General der britischen 1. Division bis zum 20. Dezember. Seinen Posten übernimmt Oberst F.H. Sykes in dieser Zeit.

Westfront

Flandern – die Erste Flandernschlacht endet: Nach der Abwehr des entscheidenden Angriffs vom 11. November unternehmen die deutschen Truppen nur noch vereinzelte, lokale Angriffe. Bis 24 Uhr hat das Britische Expeditionskorps wieder seine 35 km lange Frontlinie Givenchy-Kemmel eingenommen. Das BEF erleidet seine ersten ‘Graben-Füße’-Krankheitsfälle.

Ostfront

Polen: Mackensen nähert sich Lodz, aber seine Munition wird knapp und der russische Widerstand versteift sich. Die 6. sibirische Division nimmt Brzeziny im Nordosten, wodurch 60.000 Mann deutscher Truppen umgangen sind, welche um 19 Uhr den Rückzugsbefehl erhalten.
Iwanow besiegt die österreich-ungarischen Truppen, welche alleine 6.000 Mann an Kriegsgefangenen verlieren, an der Front Krakau-Tschenstochow.

Südfront

Serbien: Die österreich-ungarische Fünfte Armee greift die Kolubara-Linie an und nimmt Chopka und Konatitsa zusammen mit 8.000 Kriegsgefangenen und 42 Kanonen am 25. November.

Naher Osten

Armenien: Die Russen besetzen Köprüköy, nachdem sich die türkischen Truppen 8-9 km zurückgezogen haben, welche bisher 7.100 Mann verloren haben.

Afrikanische Fronten

Südafrika: Der Rebellenführer De Wet wird in Richtung Westen abgeschnitten und flieht wieder nach Osten.

Geheimkrieg

Die Alliierten richten ein tri-nationales Spionage-Büro in Folkestone an der englischen Südküste für Agentenmeldungen von hinter der Westfront ein.

Politik

Griechenland: Die Alliierten bieten der Regierung vergeblich Südalbanien an, falls die Griechen Serbien unterstützen würden.

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