Kriegstagebuch 22. Februar 1916

'Voie Sacree'

Entlang der 60 km langen Strasse Bar-le-Duc nach Verdun -der einzigen, noch offenen Verbindung – wird mit Hilfe von täglich 3.000 Lastwagen der Nachschub herangebracht. Die ‘Voie Sacree’ ist noch heute ein Nationaldenkmal in Frankreich.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 22. Februar 1916:

Westfront

Verdun: Trotz französischer Gegenangriffe (2.350 Verluste), erweitern die deutschen Truppen ihre Geländegewinne vom Vortag durch die Einnahme des Waldes von Brabant-sur-Meuse, des gesamten Waldes Caures (Oberst Driant fällt und nur 118 Männer seiner 1.300 Chasseurs können entkommen) sowie das Dorf Haumont. Die französischen Truppen halten stand bei Wavrille und führen einen Gegenangriff südlich vom Wald Caures bis zum nächsten Tag.
Eröffnung der La Voie Sacree ‘Heiligen Strasse’: Seit Mitte Februar haben die Franzosen die 6 1/2-Meter breite, zweitklassige Strasse von Bar-le-Duc nach Verdun präpariert, daß ein kontinuierlicher und ausschließlich militärische Kraftfahrzeugverkehr möglich ist, welcher ständig Nachschub heran transportiert.
Die französische Armee führt Phosgen-Gasgranaten ein.

Ostfront

Russland: Kuropatkin wird im Alter von 68 Jahren zum Befehlshaber der Nordfront gemacht, obwohl er seit 1905 im Ruhestand war und ersetzt Ruzski, welcher sich im Krankenstand befindet. Der ebenfalls kranke Plehwe von Fünften Armee wird durch Gourko (Alter 53) ersetzt. General Nowitski von der 73. Division kommentiert dazu: ‘Es ist, als ob die Franzosen Bazaine aus seinem Grab heraus wieder zum Dienst schicken, oder die Österreicher Benedek’. Die Nordfront hat nur 500.000 Gewehre für 750.000 Mann.

Mittlerer Osten

Mesopotamien: Die belagerte britisches Garnison von Kut hört erleichtert das Geschützfeuer von Gorringe (verwundet am nächsten Tag), dessen Aufklärungsabteilung bis zum 24. Februar am Südufer steht. 3 türkische Flugzeuge bombardieren das Lager der Entsatztruppen von Aylmer bei Wadi.
Persien: Der russische General Baratow schlägt ca. 2.000 türkische Truppen bei Sinna, nordwestlich von Hamadan.

Afrikanische Fronten

Kamerun: King George V gratuliert General Dobell in einem Telegramm dafür, daß dieser die deutsche Kolonie erobert hat. Die Seeblockade wird am 29. Februar aufgehoben.

Neutrale

USA: Memorandum von US-‘Oberst’ House und dem britischen Außenminister Grey an Präsident Wilson, welches an eine US-Vermittlung appelliert.

Heimatfronten

Russland: Die Duma wird wieder öffnet, der Zar begrüßt sie erstmals persönlich auf Rasputins Vorschlag hin.
Großbritannien: Kriegsanleihen werden zum Verkauf gestellt.

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