Kriegstagebuch 22. April 1915

Deutsche Soldaten mit Gastuch

Deutsche Soldaten mit dem Vorläufer der Gasmaske, einem ‘Gazetuch’, das vor Mund und Nase gebunden wird.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 22. April 1915:

Westfront

Zweite Flandernschlacht (bis 13. Mai): Schlacht vom Gravenstafel(-Rücken) (bis 23. April). Dicke Bertas beschießen Ypern. ERSTER EINSATZ VON GIFTGAS AN DER WESTFRONT durch die deutsche Vierte Armee, beginnend um 17 Uhr bei Langemarck: eine Frontlänge von mehr als 5 km ist mit 4.000 Chlorflaschen gesäumt. 168 t von Chlor werden innerhalb von 5 Minuten freigesetzt. 2 deutsche Divisionen greifen die französische 45. algerische Division in der Nähe von St. Julien in der Nähe von St. Julien an, welche auf ihrer rechten Flanke durch die kanadischen 1. Division unterstütz wird. Deutsche Soldaten mit Atemschutztüchern säubern vorsichtig den Pilkem-Rücken und nehmen ca. 2.000 Kriegsgefangene und 51 Kanonen. Die französischen Kolonialtruppen fliehen zurück über den Kanal und verursachen eine 800 Meter breite Lücke in der alliierten Linie. Heftige Kämpfe um den ‘Kanadischen Wald’ westlich von St. Julien, welcher schließlich von den Deutschen gesichert werden kann.

Südfronten

Serbien: Ein dampfgetriebenes Boot der Royal Navy feuert in der Nacht vom 22./23. April zwei Torpedos auf den Ankerplatz der österreich-ungarischen Donau-Flottille ab. Die Briten glauben, den Monitor Koros versenkt zu haben, es handelte sich aber nur um eine Schiffs-Attrappe.

Mittlerer Osten

Mesopotamien: Townshend, der neue Befehlshaber der 6. indischen Division, trifft in Basra ein.

Politik

Britisch-norwegisches Öl-Abkommen.

Heimatfronten

Großbritannien: Admiral Lord Beresford kritisiert das Dardanellen-Unternehmen im House of Lords.

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