Kriegstagebuch 21. März 1918

Michael-Offensive

Britische Verteidiger beobachten am ersten Tag der Michael-Offensive die heranrückenden Deutschen im Nebel, welcher dem Angreifer hilft.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 21. März 1918:

Westfront

Somme – ZWEITE SCHLACHT AN DER SOMME UND DIE DEUTSCHE FRÜHJAHRSOFFENSIVE beginnt: Die deutsche Michael-Offensive (oder ‘Kaiserschlacht’) bis zum 5. April gegen das BEF. Ludendorff will die Briten zwischen den Flüssen Oise und Scarpe von den Franzosen trennen.
Schlacht von St. Quentin (bis 23. März): Deutscher Hauptangriff gegen die britische Fünfte Armee (Gough) auf einem 68 km langen Südabschnitt von Gouzeaucourt nach Barisis, südlich von La Fere. Deutscher Angriff im Nordabschnitt gegen die britische Dritte Armee (Byng) durch 25 Divisionen der Siebzehnten (von Below) und Zweiten Armeen.
5 Stunden deutscher Beschuß durch die Rekordzahl von 6.473 Geschützen und 3.532 Mörsern entlang einer 70 km langen Front gegen 2.500 britische Geschütze beginnt um 04:40 Uhr. Der Beschuss reicht bis zu 32 km nach hinten und führt zu 7.500-8.000 Mann Verlusten. Der verschwenderische Einsatz von Blau- und Grünkreuz-Gasgranaten soll die britische Artillerie lahm legen (2 Millionen Gasgranaten werden bis zum 6. April verschossen). Deutsche Sturmtruppen greifen zwischen 07:00 und 09:30 Uhr an verschiedenen Punkten in dichtem Nebel an und rücken bis zu 7 1/4 km vor, wobei sie auf erbitterten Widerstand in der Kampfzone treffen. Die deutschen Truppen drängen zum Crozat-Kanal südwestlich von St. Quentin. Erste von Goughs Reservedivisionen am Abend im Einsatz. Erste 9 deutsche Panzer in Aktion.
Für 39.929 Opfer verursachen die Deutschen 38.512 Verluste (einschließlich 21.000 Kriegsgefangene), nehmen 532 Geschütze, 46 zerstörte Dörfer und 255 km² Gelände – mehr als die alliierten Somme-Offensive von 1916 in 141 Tagen.
Artois – britischer Gasangriff bei Lens: 3.728 Projektoren setzen 57 Tonnen Phosgen frei, 700 Deutsche werden vergast (davon 150 Todesfälle).
Champagne: Deutscher Angriff zwischen Maisons de Champagne und Navarin, Nahkämpfe in den vorgeschobenen französischen Gräben. Senfgasangriff auf die 42. US-Division.

Seekrieg

Nordsee – Zerstörer-Gefecht: HMS Botha (aus Dünkirchen) rammt und versenkt das deutsche Torpedoboot A7, eines von zwei Stück mit 5 Zerstörern, welche Dünkirchen beschiessen. HMS Morris versenkt das außer Gefecht gesetzte A19, nachdem die anderen zurück nach Ostende verfolgt wurden, welches von Monitoren der Dover Patrol beschossen wird.

Luftkrieg

Westfront: Die Michael-Offensive wird durch 720 deutsche Flugzeuge (davon 326 Jäger) gegen 579 Flugzeuge des Royal Flying Corps (261 Jäger) in 31 Squadrons unterstützt. Udet wird als Kommandant von Jasta 11 der Nachfolger vom verletzten Lothar von Richthofen. Insgesamt deutsche Frontstärke 3.668 Flugzeuge. Nebel behindert frühe Flugeinsätze, aber 36 britische Staffeln sehen Einsätze bis zum Ende des Tages. Die Briten geben an, 16 Flugzeuge verloren zu haben für 14 abgestürzte deutsche Flugzeuge, die Deutschen geben 11 Verlust zu und melden 21 allierte Flugzeuge abgeschossen zu haben. Die Briten verlieren 3 Beobachtungsballons. 27 deutsche Schlachtstaffeln greifen die Bodentruppen der britischen Dritten und Fünften Armeen an.

Heimatfronten

Großbritannien: Bergleute unter 25 Jahren verlieren die Befreiung von der Wehrpflicht (um 50.000 Mann von ihnen zu rekrutieren).
USA: Eisenbahnkontroll-Gesetz erteilt der Bundesregierung die Kontrolle über die Bahnen bis 21 Monate nach einer Friedensregelung.


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