Kriegstagebuch 20. November 1917

Tank-Angriff von Cambrai

Englische Tanks Mark IV rollen während des Beginns der Schlacht von Cambrai vorwärts. Links steht eine überrolltes deutsches Feldgeschütz.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 20. November 1917:

Westfront

Cambrai – SCHLACHT VON CAMBRAI (bis 3. Dezember). Erster massiver Panzerangriff: Die verstärkte britische Dritte Armee (Byng) mit 19 Divisionen und dem Tank-Korps unter der Führung von Brigadegeneral Elles im Tank ‘Hilda’ starten einen Überraschungsangriff ohne Vorbereitungsbeschuß durch die Artillerie auf die Hindenburg-Linie. 389 Tanks (179 verloren, davon 65 durch Artilleriebeschuß) rollen von den Sammelpunkten um 6:20 Uhr los, machen den deutschen Stacheldraht platt, verjagen die deutsche Infanterie aus ihren Gräben an der Front und öffnen eine rund 9 km breite Bresche und dringen bis zu 3.500 Metern Tiefe vor. Sie nehmen 4.200 Kriegsgefangene, 223 Kanonen und 281 MGs für 4.000 Mann Verluste.
Die Einsatztaktik der Tanks mit 4 der 5 Sturmdivisionen der Infanterie funktioniert wie trainiert, nur die 51. Highland-Division bleibt vor dem zentralen Schlüsselabschnitt Flesquieres liegen und die Kavallerie schafft es nicht rechtzeitig, nach vorne zu kommen. Hier zerstört Unteroffizier Krüger mit seiner Kanone 7 britische Tanks, während die 107. Infanterie-Division von der Ostfront kommend gerade in Cambrai aus Zügen entladen wird, als der britische Angriff beginnt. Die Deutschen sprengen die Übergänge über den St.Quentin-Kanal.
Lothringen: Die 1. US-Division wird von ihrem ersten Einsatz in den Schützengräben abgelöst (insgesamt 83 Mann Verluste).
Deutschland: Memorandum von Kuhl an Ludendorff zu einer Offensive in Flandern.

Luftkrieg

Cambrai: Das Royal Flying Corps konzentriert 289 Flugzeuge in 15 Staffeln, um die britische Dritte Armee und den ersten Massenangriff mit Tanks gegen nur 78 deutsche Flugzeuge zu unterstützen. 4 Staffeln (13 Flugzeuge verloren oder zerstört, 13 durch Bodenfeuer beschädigt) fliegen Bodenangriff 45 Minuten nach dem Angriff und 20 Sopwith Camel (4 verloren) und Pup-Jäger greifen 4 von 6 als Ziele vorgesehene Flugplätze an. Luftbeobachter melden jedoch bei Flesquieres keine deutschen Batterien und ein Pilot gibt irrtümlich die Eroberung des Ortes vor 11 Uhr an.

Ostfront

Russland: Die Bolschewiken erklären die Volksrepublik Ukraine.

Südfronten

Piave: Die österreich-ungarischen Truppen nehmen den Mt. Fontanasecca zu Beginn von einwöchigen Kämpfen.
Italien: Die letzten beiden französischen Divisionen (23. und 24.) kommen an (bis zum 22. November). Foch reist am 23. November nach Paris ab.

Naher Osten

Palästina: Die britische 75. Division erstürmt drei Höhenrücken, unterstützt durch Nebel, und erreicht Positionen 8 km nördlich von Jerusalem am 21. November, aber die Yeomanry-Division wird vom Zeitun-Grat vertrieben.

Afrika

Ostafrika: Giffards 1/2 Kings African Rifles nimmt 127 Kriegsgefangene in einem anderen Lager. 900 portugiesische Soldaten kommen in Ngomano an. Lettow-Vorbeck baut die Funkstation in Newala ab und beginnt in südlicher Richtung zum Fluss Rovuma abzurücken.

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