Kriegstagebuch 2. September 1918

Kanadische Truppen marschieren nach vorn

Kanadische Truppen marschieren zum Angriff auf die Hindenburg-Linie vor.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 2. September 1918:

Westfront

Artois: KANADISCHE TRUPPEN ERSTÜRMEN DIE DROCOURT-QUEANT-LINE (Wotan-Sektor der Hindenburg-Line) innerhalb von 4 Stunden ab 05:00 Uhr: die kanadische 1. und 4. Division (7 Victoria Cross gewonnen) durchbrechen und erreichen offenes Gelände, außer auf der linken Flanke, 57 Tanks im Einsatz. Der Vorstoß besiegt 11 deutsche Divisionen und fordert 10.000 Kriegsgefangene. LUDENDORFF GIBT DIE BEFEHLE FÜR DIE ZWEITE PHASE DES RÜCKZUGS an 4 Armeen kurz nach 14:00 Uhr heraus – im Süden bis zur 16 km tiefen Hindenburg-Stellung, im Norden hinter und entlang des Canal du Nord (durchschnittlicher Rückzug 21 km). Das BEF hat seit dem 21. August durchschnittlich 22,5 km an einem 42 km breiten Frontabschnitt zurückgelegt, 46.241 Kriegsgefangene für ca. 89.000 Verluste genommen und 66 deutsche Divisionen besiegt (insgesamt ca. 115.600 Mann Verluste). Foch, Petain und Pershing treffen sich.

Ostfront

UDSSR: Roter Terror ausgerufen; die politische Polizei Tscheka in Petrograd kündigt 512 Hinrichtungen an. Der Rote Revolutionäre Militärrat bildete sich mit Trotzki als Vorsitzenden. Sovnarkom beschuldigt die anglo-französischen Vertreter der Verschwörung.
Nordrussland: Ein italienisches Bataillon landet in Murmansk an.
Ostsibirien: Tschechen vom Baikalsee treffen auf Semenow am Mandschurei-Bahnhof. US-Generalmajor Graves landet in Wladiwostok an.
Nordkaukasus: Bicherakow besetzt Petrovsk. Muslimische Checen stürzen den Shura-Sowjet am 3. September.

Seekrieg

Nordsee: Kurt Beilzen – ‘der Mann, der Lord Kitchener getötet hat’ – wird selbst getötet, als sein U 102 von Minen der Nordsee-Sperre versenkt wird.

Geheimkrieg

Großbritannien: Weymss deutet Beatty gegenüber an, dass der neue deutsche Marine-Chiffre gebrochen ist.

Luftkrieg

Deutschland: 5 Handley-Page-Bomber richten im Saarbrücker Werk Burbach Schaden von 400.000 Reichsmark an (Nacht vom 2. auf den 3. September).
Westfront: JG3 zerstört 26 alliierte Flugzeuge ohne eigene Verluste, aber bis zu 90 RAF-Einsitzer fliegen vor dem Kanadischen Korps Bodenunterstützung. Die Briten verlieren 36 Flugzeuge (darunter 4 Sopwith Camel Jäger der 148. US-Squadron) und 13 Ballons und melden 8 deutsche Flugzeuge abgeschossen zu haben. Die Deutschen melden 50 abgeschossene alliierte Flugzeuge für den Verlust von 6 eigenen.

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