Kriegstagebuch 2. Oktober 1918

US-Truppen in schweren Kämpfen in den Argonnen

US-Truppen in schweren Kämpfen in den Argonnen mit einer französischen 37-mm-Grabenkanone.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 2. Oktober 1918:

Westfront

Deutschland: Bussche informiert die Parteiführer im Reichstag, daß anhaltende Angriffe der Alliierten entlang der gesamten Westfront die Bildung von Reserven unmöglich machen und die OHL kann die erlittenen Verluste nicht mehr ausgleichen. Deutschland kann noch einige Zeit schwere Verluste zufügen und eine Politik der verbrannten Erde betreiben, aber es kann den Krieg nicht mehr gewinnen. Jeder Tag verringert die Wahrscheinlichkeit akzeptabler Friedensbedingungen.
Großbritannien: 3.017 wöchentliche Verluste von BEF-Offizieren seit dem 25. September, der zweithöchste Wert des Krieges.
Argonnen: Das eingeschlossene US-Bataillon ‘Lost Bataillon’ (‘verlorenes Bataillon’ des 308. Infantrie-Regiments der 77. US-Division) hält aus, bis es am 7. Oktober entsetzt wird; nur 194 Überlebende von über 600 Mann.
Flandern – die vierte Schlacht von Ypern endet: Die Alliierten blieben hinter den Hauptzielen (Roulers-Kreuzung und Menin) zurück, bringen aber 11.000 Kriegsgefangene, 300 Geschütze und 600 MGs für 4.500 belgische und 4.695 britische Verluste ein.
Somme: Der linke Flügel der französischen Ersten Armee (XV. Korps) befreit das ruinierte St. Quentin.

Naher Osten

Syrien – Letztes australisches Gefecht: Die 9. ALH nimmt 1.481 Kriegsgefangene, 3 Geschütze und 26 MGs. Nur 17.000 von 100.000 türkischen Soldaten sind nach Norden entkommen. Laurence Araber zerschlagen einen algerisch-druzischen Aufstand in Damaskus.
Mesopotamien: Marshall wird mitgeteilt, er solle unverzüglich mit dem Vorstoß am Tigris beginnen. Die Mengenbegrenzungen für den Handel mit dem Feind werden in den Distrikten von Bagdad und Basra erhöht.

Seekrieg

Adria: Eine alliierte Flotte (3 italienische Schlachtschiffe, 3 italienische und 5 britische Kreuzer, 16 britische und 7 italienische Zerstörer, 8 italienische Torpedoboote und 4 bis 6 MAS-Boote) beschiessen Durazzo. 3 österreich-ungarische Zerstörer und Torpedoboote werden im Hafen leicht beschädigt, ein Lazarettschiff darf auslaufen. Die Österreicher hatten die Evakuierung des Hafens bereits am 28. September angeordnet. Das österreich-ungarische U-Boot U 31 torpediert den Kreuzer Weymouth und reist dessen Heck ab.
Westliches Mittelmeer: Ein U-Boot beschiesst und versenkt das spanische Schiff Francoli (292 Tote) vor Cartagena.

Luftkrieg

Flandern: 80 alliierte Flugzeuge werfen 15.000 Rationen (13 Tonnen) aus 100 Metern Höhe innerhalb von 4 Stunden für die führenden französisch-belgischen Truppen im Sumpfgebiet ab. Deutsche Verbindungslinien werden am 3. bis 4. Oktober bombardiert.
Albanien: Die RAF aus Andrano in der Ferse Italiens führt 4 Luftangriffe auf Durazzo durch (insgesamt 29 Flugzeuge) und wirft 2.845 kg Bomben ab.

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