Kriegstagebuch 2. November 1918

Vormarsch italienischer Truppen Assiago-Hochebene

Vormarsch italienischer Truppen über die Assiago-Hochebene.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 2. November 1918:

Südfronten

Italien: Der Alliierte Oberste Kriegsrat genehmigt den Plan (bis zum 4. November) für bis zu 40 italienische Divisionen (davon 5 britische und französische), Anfang 1919 unter Fochs Leitung von Innsbruck und Salzburg aus in Bayern einzudringen.
Italienische Front: Die Italienische Erste Armee beginnt ihren Vormarsch, besetzt Rovereto und Calliano im Etschtal (Nacht vom 1. auf 2. November) und Col Santo. Die italienische Siebte Armee beginnt westlich des Gardasee vorzurücken und erobert den Mt.Pari in der Nähe. Erste Waffenstillstands-Sitzung von 21:00 bis 03:00 Uhr in der Nacht vom 2. auf den 3. November, die Österreicher akzeptieren widerwillig eine 24-Stunden-Frist zur Beendigung der Feindseligkeiten.

Westfront

Aisne und Maas: Die Deutschen ziehen sich vor dem I. US-Korps zurück, das Buzancy erobert und die Verbindungen zur französischen Vierten Armee herstellt.
Sambre: Meuterei unter Verstärkungen von der Ostfront für die 17. Armee; sie müssen durch ein Sturmbataillon entwaffnet werden.
Schelde: Das Kanadische Korps (ca. 380 Verluste) erobert Valenciennes mit 1.800 Kriegsgefangenen und 7 Geschützen, über 800 deutsche Soldaten wurden getötet.

Nhaer Osten

Osmanisches Reich: Enver Pascha, Talaat und Djemal verlassen Konstantinopel auf einem deutschen Marineschiff in Richtung Ukraine.
Mesopotamien: Marshall erhält die vollständigen Waffenstillstands-Bedingungen; General Cassels trifft Ali Ihsan und arrangiert den Vorstoß bis auf 3 Kilometer an Mosul heran.

Afrika

Rhodesien: Lettow-Vorbeck beschießt Fife in Nord-Rhodesien, lehnt aber den Angriff ab, da eine Granate vorzeitige in einem Mörser explodiert ist. Gleichzeitig stehen die 1/4. King’s African Rifles 37 km weiter östlich. Lettow-Vorbeck rückt stattdessen mit 400 Rindern in Nord-Rhodesien vor und in der Mwenzo-Mission erhöht er seinen Chinin-Vorrat mit über 13,5 kg, was genug ist, um bis Juni 1919 durchzuhalten.

Seekrieg

Ostsee: Massenveranstaltung der Seeleute des 3. Geschwaders auf der Waldweisswiese in Kiel. Heizer Karl Artelt fordert die Männer auf, auf der Freilassung ihrer inhaftierten Schiffskameraden zu bestehen und Unterstützung von den Werftarbeitern zu erhalten; 5 weitere Redner fordern anhaltenden Widerstand und die Weigerung, Befehle zu befolgen (reaktionäre Offiziere verdienen es, ‘zu Tode geschlagen zu werden’) und ein sofortiges Ende des Krieges. Der Kieler Gouverneur Admiral Souchon, welcher seinen Ruhm auf dem Schlachtkreuzer Goeben geerntet hatte, versucht, die Menge mit 2 Marine-Infanterie-Kompnainen zu zerstreuen, aber beide Einheiten weigern sich, das Feuer zu eröffnen.
Konstantinopel: Die Deutschen übergeben den Schlachtkreuzer Goeben und die U-Boote an die Türken.

Luftkrieg

Westfront – Erster Versuch eines blinden Bombenangriffs (mit Hilfe von Kuppelnavigation): eine einsame Airco D.H.9a der 99. Squadron der RAF wirft 3 x 50-kg-Bomben auf den Bereich der Eisenbahnkreuzung Avricourt und der nahegelegenen Müllhalde.

Heimatfronten

Österreich-Ungarn: Das 69. ungarisches Infanterie-Regiment wütet in Schloss Schönbrunn (ungarische Truppen durften später offiziell nach Hause gehen), aber die Wiener Neustadt Militärkadetten (die Militärakademien werden geschlossen) ersetzen sie. Kaiser Karl lehnt den Aufruf Erzherzog Josephs ab, als König von Ungarn abzudanken. Die Slowenen übernehmen die Provinz Krain.
Deutschland: Hindenburg ruft zur Einheit auf. Gewerkschaften und Industrielle fordern ein Demobilisierungs-Büro anstelle des Kaiserlichen Wirtschaftsamtes.
USA: New Yorks schlimmstes U-Bahn-Unglück mit 97 Toten und 100 Verletzten.

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