Kriegstagebuch 2. November 1914

Ostpreussische Flüchtlinge

Ostpreußische Flüchtlinge haben sich in einer Notunterkunft eingerichtet. Die russischen Soldaten hausen in den besetzten Gebieten wie die Marodeure des Dreißigjährigen Krieges.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 2. November 1914:

Westfront

Flandern – Die Schlachten von Messines und Armentieres enden. Die deutschen Truppen ziehen sich von überall westlich des Flusses Yser zurück, mit Ausnahme von zwei Dörfern, wo sie vier konzentrierte französische Angriffe abwehren. Jedoch erobern die Deutschen Neuve Chapelle zurück. Das Britische Expeditionskorps hält nun 15 km und die Franzosen 30 km Frontlinie um Ypern. Der französische Präsident Poincare besucht den belgischen König Albert.

Ostfront

Ostpreußen: Die deutsche Provinz wird wieder von den Russen angegriffen. Siwers Zehnte Armee mit 20 Divisionenmarschiert ein.
Galizien: Die Schlacht von Chyrow endet südlich von Przemysl mit einem Erfolg des russischen Generals Brusilow und dem Rückzug der österreich-ungarischen Truppen in der Nacht vom 2./3. November.

Politik

RUSSLAND UND SERBIEN ERKLÄREN DEM OSMANISCHEN REICH DEN KRIEG. Die Alliierten verkünden, daß die ‘Heiligen Stätten’ Immunität vor Angriffen genießen. Großbritannien veröffentlicht eine Liste der türkischen Provokationen.

NAHER OSTEN

Armenien: Das russische I. Kaukasus-Korps überschreitet an 5 Stellen die Grenze zum Osmanischen Reich und besetzt am nächsten Tag Bayazid, südwestlich vom Berg Ararat.

FERNER OSTEN

Tsingtau: Der österreich-ungarische Kreuzer Kaiserin Elisabeth wird im Schwimmdock gesprengt, um das Schiff nicht in japanische Hände fallen zu lassen.

Südfronten

Serbien: Österreich-ungarische Truppen besetzen wieder Sabac.

Afrikanische Fronten

Ostafrika: Schlacht bei Tanga bis zum 5. November. Aitkens Indisches Expeditionskorps IEF’B ‘mit 7.972 Mann landet ab 22 Uhr in Tanga, 130 km südlich von Mombasa, als Lettow-Vorbeck mit seinen Truppen per Zug eintrifft.
Uganda: Das 300 Mann starke Turkana-Polizei-Einsatz-Batallion wird für Operationen zur inneren Sicherheit aufgestellt.

Seekrieg

Die britische Admiralität erklärt die gesamte Nordsee als ‘Militärzone’ und lässt Seeminen auslegen, um die Blockade zu verstärken.

Heimatfronten

Indien: Das Indische Expeditionskorps IEF’F läuft in Richtung Ägypten aus.
Ägypten: Das Kriegsrecht wird ausgerufen.
Russland: Die bolschewistische Ozerkow-Konferenz endet bis zum 4. November in Verhaftungen, worunter sich auch 5 Duma-Abgeordnete befinden. Anschließend ein eintägiger Proteststreik in Petrograd.

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