Kriegstagebuch 19. August 1915

britische U-Boot E1

Das britische U-Boot E1 wurde nach Murmansk überführt, wo es über Land zum Einsatz in die Ostsee transportiert wurde.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 19. August 1915:

Seekrieg

Ostsee: Das britische U-Boot E1 torpediert den Schlachtkreuzer Moltke im Golf von Riga, welcher aber mit 15 Knoten zurück nach Kiel laufen kann. Das russische Kanonenboot Sivach wird versenkt. Die deutsche Ostseeflotte bricht ihre Versuche seit dem 17. August ab, in den Golf von Riga über die Nord-Route (Mond-Sund) einzudringen, nachdem U-Boote gesichtet werden. 4 russische und 2 britische U-Boote sind jetzt vor Ort.
Verluste: 2 deutsche Zerstörer, 2 russische Kanonenboote.
Irische See: Das deutsche U-Boot U 24 (Schneider) versenkt das Passagierschiff Arabic der White-Star-Linie (44 Menschenleben verloren, darunter 3 US-Bürger).
U 27 versenkt den Frachter Nicosian. Anschließend versenkt das Q-Schiff (U-Boot-Falle) Baralong (G Herbert) U 27, wobei es sich unter Verwendung der US-Flagge nähert.
Der ‘Baralong-Zwischenfall’ wird zum deutschen Greueltaten-Vorwurf an die Briten, welche die Verurteilung der Besatzung wegen der Ermordung von 4 Besatzungsmitglieder des U-Bootes verlangen. Die Briten verweigern jedoch ein internationales Tribunal.

Ostfront

Ein deutscher Landungsversuch bei Pernau im Golf von Riga wird bis zum 21. August vereitelt.
Polen: Schlacht am Niemen bis zum 8. September. Die russische Erste Armee übernimmt die Reste der Zwölften Armee. Deutsch-österreich-ungarische Kavallerie beginnt mit ihrem Vorstoß auf Kowel.

Mittlerer Osten

Großbritannien: Das Dardanellen-Komitee tritt bis zum nächsten Tag zusammen. Bonar Law teilt Hamilton mit, daß er ‘beinahe gewonnen hätte.’ Churchill schlägt einen Separatfrieden mit dem Osmanischen Reich vor, worauf Außenminister Grey erwiedert, daß dem die Russen niemals zustimmen würden.
Ost-Persien: Die Missionen von Niedermayer und Hentig entziehen sich russischen Suchtrupps und betreten Afghanistan. Sie erreichen Herat am 24. August und brechen am 7. September nach Kabul auf.

Luftkrieg

Großbritannien: Trenchard wird Befehlshaber vom Royal Flying Corps und ersetzt Henderson, welcher nach Whitehall als Leiter der Militär-Luftfahrt-Behörde zurückkehrt.

Politik

Deutschland: Bethmann Reichstagsrede tadelt die Alliierten als Verursacher für den Krieg. Der britische Außenminister Grey widerspricht dem am 26. August.

Neutral

USA: 3 US-Bürger verlieren ihr Leben beim Angriff auf das britische Passagierschiff Arabic.
Schweiz: Die Polizei beschuldigen den britische Generalkonsul in Zürich der Spionage, welcher das Land verlassen muß und das Spionnagenetzwerk wird am 27. August zerschlagen. Getarnt als Baseler Pressebüro werden die Aktivitäten jodoch am gleichen Tag fortgesetzt.

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