Kriegstagebuch 18. Juli 1918

US-Soldaten schießen auf einen deutschen Scharfschützen

US-Soldaten schießen auf einen deutschen Scharfschützen, der sich in einem Dorf an der Marne verschanzt hat.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 18. Juli 1918:

Westfront

Champagne und Marne – ZWEITE SCHLACHT AN DER MARNE: ALLIIERTER GEGENSCHLAG. Französisch-amerikanische Truppen, unterstützt von 2.000 Kanonen, greifen um 04:35 Uhr auf einer 43 km langen Front an, von Fonteroy nach Belleau. Die französische Zehnte Armee (Mangin), einschließlich der 1. und 2. US-Divisionen (unter insgesamt 9 Divisionen), unterstützt von 223 Panzern (62 getroffen), erzielen einen vollständig überraschenden Einbruch von bis zu 7,25 Kilometer Tiefe; bis auf 1,5 Kilometer an den ‘Mt.Paris’, Soissons und das Crive-Tal heran. Die Alliierten bringen 12.000 Kriegsgefangene ein und erbeuten 250 Kanonen von 11 deutschen Divisionen. Weiter südlich kommen die französisch-amerikanischen Truppen (Degoutte) 4 bis 8 km nördlich von der Marne voran. Deutsche Truppen erreichen dagegen St.Agnan südlich von der Marne.
Flandern: Ludendorff Morgens-Konferenz in Mons (mit Rupprecht, den Armee-Kommandanten und Stäben für die geplante ‘Endoffensive’ Hagen für Anfang August), gerät durch die Nachrichten von dem Debakel an der Marne in Konfusion. Ludendorff schickt sofort 2 Divisionen an die bedrohte Front, aber die Nachricht von neuen Niederlagen beendet die Konferenz dann abrupt. Die Heeresgruppe Kronprinz Wilhelm befiehlt 14 deutschen Divisionen südlich der Marne zurückzugehen, Ludendorff bricht den geplanten Schlag bei Reims ab und stoppt die Verlegung Bruchmüllers schwerer Artillerie nach Flandern. Um 15:35 Uhr wird Rupprecht angewiesen, 2 weitere Divisionen nach Reims zu schicken; sein Tagebuch kommentiert: ‘Kein Zweifel, dass wir den Zenit unserer Erfolge überschritten haben’. Ludendorff gerät zweimal mit Hindenburg aneinander, welcher auf einen Gegenangriff aus dem Norden bei Soissons besteht.

Luftkrieg

Westfront: Die französische 1. Luft-Division unterstützt den alliierten Bodenangriff (und erleidet schwere Verluste) auf Chateau-Thierry und Soissons. Sie umfasst 590 Flugzeuge in 2 Groupements mit je 12 Escadrilles Spad XIII, dem 1. Groupement mit 9 Escadrilles Breguet XIV Tagbomber und Aufklärer, dem 2. Groupement mit 6 Escadrilles Breguet-Flugzeuge. Die RAF gibt ebenfalls Unterstützung mit Flugzeugen, welchen dem französischen XI. Korps unterstellt sind. Die Alliierten verlieren 34 Flugzeuge (davon 14 an JG1) gegenüber 8 deutschen Flugzeugen. Unteroffizier Willi Gabriel von Jasta 11 erzielt 4 Luftsiege. Die Deutschen gewinnen die Luftherrschaft über Teile des Schlachtfeldes an der Marne bis zum 6. August zurück (am 22. Juli werden 41 alliierte Flugzeuge gegenüber 2 deutschen Flugzeugen abgeschossen).


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