Kriegstagebuch 16. September 1916

Falkenhayn als Befehlshaber der 9. Armee

Der ehemalige deutsche Generalstabschef Erich von Falkenhayn (vorne) als Befehlshaber der 9. Armee mit einigen seiner Offizieren.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 16. September 1916:

Ostfront

Brussilow-Offensive, Galizien – Zweite Schlacht von Narajowka und Zlota Lipa (bis zum 17. September): 4 russische Divisionen mit Unerstützung durch den Einsatz von Giftgas greifen das türkische XV. Korps an, was trotz etwa 5.000 Mann Verlusten seine Stellungen hält.
Transsilvanien: Die rumänische Zweite Armee besetzt Baraoltu, welches die Eisenbahnstrecke Kronstadt-Földvár 50 km hinter der Grenze beherrscht. Der ehemalige deutsche Generalstabschef Falkenhayn übernimmt das Kommando über die Neunte Armee.
Dobrudscha: Mackensen greift die Rasova-Tuzla-Linie bis zum 20. September an, zieht sich dann aber zurück, um seine Vorräte an schweren Granaten zu ergänzen. Die türkische 25. Division wehrt rumänische Gegenangriffe am 22. September ab.

Westfront

Schlacht an der Somme: Britische Truppen wehren einen Gegenangriff in der Nähe von Courcelette ab, aber fünf deutsche Reservedivisionen stehen jetzt gegenüber des Einbruchkeils. Alliierte Truppen nehmen die Dunibe-Gräben. Die neuseeländische Division stösst nördlich und westlich von Flers vor.
Hindenburg trifft in Cambrai ein und befiehlt eine vorübergehend dauerhafte neue Verteidigungslinie 8 bis 50 km weiter hinten zu errichten (Hindenburg-Linie).

Südfronten

Isonzo: Die Italiener nehmen den San Grado di Merna, Hügel 208S und den gesamten Hügel 144, scheitern aber am Hügel 123 und Veliki Kribach weiter im Osten.
Mazedonien: Serbische und bulgarische Truppen bekämpfen sich in den Wäldern des Ausläufers vom Berg Kajmakcalan bis zum 18. September.

Politik

Deutschland: Kriegsrat der Mittelmächte unter deutscher Leitung beschlossen, aber der spätere Kaiser Karl widerruft die Unterschrift Österreich-Ungarns am 21. November.

Luftkrieg

Deutschland: Die Marine-Luftschiffe L6 und L9 werden durch ein versehentliches Feuer am Boden zerstört.
Westfront: Ein Flugzeug und ein Beobachtungsballon des Royal Flying Corps kollidieren mit fatalen Folgen.

Heimatfronten

Italien: Oberstleutnant Douhet, Generalstabschef der italienischen 5. Division und Verfechter der Luftkriegführung, wird wegen seiner heftigen Kritik am Comado Supremo in einem Brief an den Kriegsminister vor ein Kriegsgericht gestellt. Dieses verurteilt ihn zu einem Jahr Gefängnis ab dem 15. Oktober.
Deutschland: 39 Industrielle teilen dem Kriegsministerium mit, daß ihre Arbeiter nicht mehr als 9 Stunden pro Tag arbeiten können. Das Heer soll die Facharbeiter freistellen und das ‘große belgischen Arbeitspotential zur Verfügung stellen’.
Großbritannien: Churchill an Fisher: ‘Meine armen Land-Schlachtschiffe wurden vorzeitig und in einem zu geringen Umfang eingesetzt. Mit dieser Idee wäre ein richtiger Sieg möglich gewesen’.

KretaTipp
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