Kriegstagebuch 15. September 1914

Gefallene Russein in der Schlacht an den Masurischen Seen

Gefallene Russen in der Schlacht an den Masurischen Seen.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 15. September 1914:

Westfront

Erste Schlacht an der Aisne: Um 01:15 Uhr kabelt Joffre seinen Armeebefehlshabern: ‘Es scheint, … der Feind ist dabei… den Kampf anzunehmen, in vorbereiteten Stellungen nördlich der Aisne … es ist jetzt nicht mehr eine Frage der schnellen Verfolgung, sondern des methodischen Angriffs’. Weiterhin ein Patt, da Maunoury nicht in der Lage ist – wie befohlen – mit einem Korps und Conneaus Kavallerie den deutschen rechten Flügel im äußersten Westen zu überflügeln, welcher mit dem IX. Reservekorps von Antwerpen verstärkt wurde. Allerdings hält er den Druck auf die deutsche Flanke in der Nähe von Noyon bis zum nächsten Tag aufrecht.
Erste deutsche Befehle ergangen, Artillerie-Munition aufgrund der nur noch geringen Vorräte einzusparen. 26.000 Eisenbahnbautruppen fangen an die Strecken im Westen wieder herzustellen, aber es sind nur 500-650 km in Belgien nutzbar.

Ostfront

Ostpreußen: Die Schlacht an den Masurischen Seen endet (begann am 18. September). Die Russen bereiten sich darauf vor, am Niemen Widerstand zu leisten.
Bukowina: Russische Truppen besetzen die Hauptstadt Tschernowitz.

Südliche Fronten

Serbien: Die serbische Erste Armee beginnt damit, die Verteidiger im Drina-Abschnitt zu verstärken. Die serbische Uzice-Armee überquert die Drina an zwei Stellen in Bosnien mit dem Ziel Vlasenica einzunehmen.

Afrikanische Fronten

Südafrika: REBELLION BEGINNT. Die Rebellen treffen sich in Potchestroom, wobei General de la Rey versehentlich auf dem Weg dorthin erschossen wird. Armeebefehlshaber General Beyers tritt zugunsten des Verteidigungsministers General Smuts zurück. Oberstleutnant Maritz, der den Einsatz gegen Deutsch-Südwestafrika führt, weigert sich Smuts Aufforderung nach Pretoria zu kommen, Folge zu leisten und tritt am 25. September zurück.
Die Rekrutierung des 1. Rhodesien-Regiment beginnt.
Victoria-See: Die zum Kanonenboot umgebaute britische Fähre Winifred wird von der Karungu-Bucht von der deutschen Mwanza (mit 7-Pfünder und 2 MGs bewaffnet) zurückgeschlagen und findet am nächsten Tag heraus, daß die Deutschen von Mwanza aus hergekommen sind.

Politik

Deutschland: Zimmermanns Note an den US-Botschafter in Berlin, mit der er versucht, daß ein ‘Weisser Waffenstillstand’ in Afrika eingehalten wird.
USA: US-Bemühungen für Friedensverträge mit Frankreich, Großbritannien, Spanien und China.

Heimatfronten

Frankreich: Das Blatt Echo de Paris schreibt: ‘Der Flügelschlag des Sieges wird unsere Armeen an den Rhein tragen.’
18 Pariser Automobilfabriken, angeführt durch Renault, produzieren jetzt 10.000 Artillerie-Granaten (im Januar 1915 werden 63.000 produziert).
Großbritannien: Churchill hält eine Konferenz der Admiralität über Flugzeuge ab, in der beschlossen wird, daß drei Firmen Wasserflugzeuge bauen sollen.
Deutschland: Die Kölnische Volkszeitung berichtet von einem belgischen Priester, der Deutsche mit einem Maschinengewehr in der Kirche beschossen hat.

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