Kriegstagebuch 15. Juni 1918

italienisches Artilleriegeschütz wird an der Piave geladen

Ein mit einem Sandsackwall geschütztes italienisches Artilleriegeschütz wird an der Piave geladen.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 15. Juni 1918:

Südfronten

ZWEITE SCHLACHT AN DER PIAVE (bis zum 24. Juni): Die österreich-ungarischen Truppen werden zuvor für 4 Stunden im Asiago-Abschnitt von italienischer Artillerie beschossen, bevor ihre eigenen Geschütze um 3:00 Uhr mit dem Beschuß im Rahmen des Unternehmens ‘Radetsky’ beginnen. Die österreich-unagrische Artillerie leidet auch unter einem Mangel an Granaten und es wurde kein Phosgen-Gas von den Deutschen abgegeben.
Der Infanterie-Angriff beginnt um 7 Uhr und die österreich-ungarische Elfte Armee durchbricht die britische (3 Bataillone in der Front werden überrascht) und französische Linie, werden aber am frühen Mittag gestoppt und durch einen Gegenangriff zurückgeschlagen, wobei 1.500 Kriegsgefangene und 7 Geschütze eingebracht werden.
Im Abschnitt des Mt.Grappa nimmt das österreich-unagrische XXVI. Korps fünf Landmarkierungen und das I. Korps nimmt teile des Frontbogens am Mt.Solaroli. Die maximale Eindringtiefe liegt bei 3.000 Metern, aber ein Gegenangriff der italienischen Vierten Armee macht Fortschritte.
Ein erregter Kaiser Karl im kaiserlichen Zug in Meran ruft Feldmarschall Boroevic um 12 Uhr an und teil mit, daß ‘die Tirol-Armee geschlagen ist und die Truppen haben alles wieder verloren, was sie erobert haben und sind in ihre Ausgangsstellungen zurückgetrieben worden’.
Piave: Unter dem Codename ‘Albrecht’ überquert die österreich-ungarische Isonzo-Armee die untere Piave unter einer Rauch- und Nebeldecke auf einem 32 km breiten Frontabschnitt, gewinnt drei kleinere Brückenköpfe und schlägt eine Brücke. Die 6. Armee überquert den Montello-Grat, sichert den Brückenkopf und nimmt 4.000 Kriegsgefangene und stößt bis zu 3,2 Kilometer vor, kann aber nicht zur Isonzo-Armee aufschließen. Dabei werden ihre Brücken und Fährboote von RAF-Flugzeugen getroffen. Mehr Truppen setzen in der Nacht über.

Luftkrieg

Italienische Front: Das italienische Top-Fliegerass Francesco Baracca erzielt seine letzten 2 Luftsiege (zuletzt ein Zweisitzer aus 25 Begleitflugzeugen). 653 alliierte Flugzeuge (darunter 33 Sopwith Camels, welche eine Pontonbrücke zerstören) greifen an und helfen bei der Vernichtung der österreich-ungarischen Piave-Brückenköpfe bis zum 22. Juni.
Hedschasbahn (Arabien): RAF-Flugzeuge bombardieren die Eisenbahnstation von El Kutrani 48 km östlich vom Südende des Toten Meeres.

Westfront

Frankreich: Clemenceau bildet das Komitee für die Verteidigung von Paris in Bombon (von Foch begleitet), dem Ort des Alliierten Obersten Hauptquartiers seit dem 5. Juni.

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