Kriegstagebuch 12. April 1916

Lusitania-Medaille

Die ‘Lusitania-Medaille’ wurde von einem deutschen Handwerker geschlagen. Sie war als eine Satire auf die anglo-amerikanische Habgier bestimmt, welche dem Schiff trotz deutschen Warnungen die Fahrt erlaubte. Die Briten reproduziert sie aber in großen Mengen als angeblicher Beweis dafür, dass die Deutschen über den Tod von Passagieren jubeln würden.
Eine Seite (links) zeigt “Der große Dampfer Lusitania versenkt von einem deutschen U-Boot, 7. Mai 1915 – keine Kriegsgüter geladen !’. Die andere Seite der Medaille zeigt wie der Tod Tickets im Büro verkauft, unter dem Motto “Geschäft über alles’.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 12. April 1916:

Politik

Großbritannien: Die deutsche ‘Lusitania-Medaille’ wird in Großbritannien bekannt. Fotos werden in die USA geschickt, welche am 7. Mai veröffentlicht werden. Später werden Propaganda-Replikas während der Dauer des Krieges hergestellt und verkauft.
Deutschland: Die Regierung antwortet auf die amerikanische Sussex-Note und will den Fall einem internationalen Tribunal vorlegen.

Westfront

Flandern: Deutscher Angriff auf die britische Schützengräben an der Ypern-Pilkem-Straße.

Südfronten

Trentino, westlich vom Gardasee: Die italienische 5. Division greift den Berg Fuma in der Adamello-Gruppe in 3280 m Höhe während eines Schneesturms an und kann das Ziel am 17. April erobern, nachdem ein Alpini-Bataillon den Alba-Poson-di-Genova-Grat genommen hat.

Naher Osten

Osmanisches Reich: Stotzingens deutsche 8-Mann-Mission erreicht Damaskus.
Mesopotamien: Die britische 3. Division gewinnt ca 1,5 km auf dem Südufer unter 400 Mann Verlusten. Am Nordufer behindern Überschwemmungen die Operationen beider Seiten.
Ost-Persien: General Dyers 200 Mann besiegen 2.000 Särhäd-Stammesangehörige und sichern sekundäre Stellungen bis zum 30. April.

Afrikanische Fronten

Süd-Algerien: 500 französische Soldaten erobern den Grenzposten Djanet zurück, aber den Senussi-Kriegern gelingt die Flucht (bis zum 16. April).

Seekrieg

Mittelmeer: Die alliierten Marinen unter Admiral Gueydon (einschließlich 6 französischer Zerstörer und 24 kleinerer britischer Schiffe) sichern die Konvois von 125.000 Mann serbischen Truppen von Korfu nach Saloniki (bis zum 31. Mai).

Air War

Großbritannien – Lord Montagu warnt in Rede in Birmingham: ‘Es gibt kein Gebiet im industrialisierten England, zu welchem ein Zeppelin nicht fliegen und erhebliche Zerstörungen anrichten kann’. Er fordert ein Ende der ‘übergreifende und ressort-übergreifenden Eifersüchteleien’ und ein Ministerium für Luftfahrt, um die Flugzeugproduktion zu organisieren, wie auch das Munitionsministerium die Herstellung von Granaten und Geschützen reorganisiert hat.

Neutrale

Mexiko: Carranzas Truppen greifen US-Kavallerie an, welche in Parral eindringt, 660 km südlich der Grenze. Carranza verlangt den US-Abzug.

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