Kriegstagebuch 10. September 1914

Deutsche Gefangene an der Marne

Französische Soldaten eskortieren einige der 29.000 deutschen Kriegsgefangenen nach der Schlacht an der Marne.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 10. September 1914:

Westfront

Marne: Erste Schlacht an der Marne endet. Joffre befiehlt eine schnelle Verfolgung (‘der Sieg liegt jetzt in den Beinen der Infanterie’) von Kluck. Maunoury schließt zum Britischen Expeditionskorps auf. Das französische X. Korps marschiert 20 km vorwärts.
Der erste britische General wird getötet: Brigade-General N. Findlay von der 1. Division CRA durch Artilleriebeschuss.
Der formelle Operationsbefehl des deutschen Grossen Hauptquartiers wird um 16:30 Uhr ausgegeben und bestätigt den Rückzug von der Marne. Die Zweite Armee soll hinter den Fluss Vaste zurückgehen, Kluck wird Bülow unterstellt und beide sollen hinter den Fluss Aisne zurückfallen. Die Dritte, Vierte und Fünfte Armee sollen an ihren weiterhin ‘ruhigen’ Fronten die Linie Reims-Verdun halten.

Ostfront

Ostpreußen: Rennenkampf deckt seinen Rückzug (150 km in 50 Stunden) mit einem Gegenangriff und räumt Insterburg.
Polen: Zweite Schlacht von Krasnik. Dankl wird geschlagen, ebenso wie auch Erzherzog Joseph bei Opole. 40.000 bzw 50.000 Mann verloren.
Galizien: Dragomirows Kavallerie-Korps und Plehews Fünfte Armee drehen gegen Auffenbergs linken Flügel ein. Eine Attacke von 7 Staffeln von Kaledins 12. Kavallerie-Division trifft auf einen Angriff der österreich-ungarischen Zweiten Armee, nach dem diese Kornilows russische 48. Division (26 Kanonen verloren) an Brusilows südlicher Flanke überflügelt hat.

Afrikanische Fronten

Ostafrika: 300 Deutschen besetzen Karungu der Nähe vom Victoria-See und bedrohen Kisii. 300 britische Soldaten zwingen die Deutschen am 13. September sich zurückziehen, jedoch ziehen diese ihrerseits auch ab.

Heimatfronten

Großbritannien: Das House of Commons stimmt für eine zweite Armee-Rekrutierung von 500.000 Männern. 439.000 Rekruten sind seit dem 4. August zusammen gekommen. Die Aufstellung 12 weiterer, neuer Armee-Divisionen wird zugelassen.
Deutschland: 12 Jäger-Bataillone werden aufgestellt.
Kaiser Wilhelm II. schickt ein Telegramm an US-Präsident Wilson, in dem er mitteilt, daß ‘mein Herz blutet’ wegen Belgien, aber die Schuld trügen die Belgier selbst. Auch verurteilt er den Einsatz von ‘Dum-Dum’-Geschossen durch die Alliierten.

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