Kriegstagebuch 10. Oktober 1918

 US-Fernmelder mit einem Feldtelefon

US-Fernmelder mit einem Feldtelefon im Einsatz. Die Reparaturen der Leitungen sind eine ständige Aufgabe.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 10. Oktober 1918:

Westfront

Frankreich – FOCHS BEFEHL ZUM LETZTEN ALLIIERTEN VORSTOSS: Die belgischen Truppen rücken auf Brügge vor, das BEF auf Maubeuge und Mons, die Franzosen und Amerikaner auf Mezieres und Sedan, um die Hauptquerverbindung der deutschen Streitkräfte, die Eisenbahnstrecke Brüssel-Maubeuge-Mezieres-Sedan, zu unterbrechen und die Deutschen in die bewaldeten, hügeligen Ardennen abzudrängen.
Flandern: Die Schlacht um die Flandern-Kämme endet.
Somme und Cambrai: Der britische Vormarsch setzt sich bis zur letzten Linie der Hindenburg-Linie (Hermann-Stellung) entlang der Selle fort; die Erste Armee von Home kämpft sich bis zum 16. Oktober entlang des Sensee-Kanals nach Norden. Die britische 66. Division erobert Le Cateau zurück.
Maas und Argonnen: Über 1 Million Amerikaner (Rekord von 29 Divisionen) im Einsatz; die Zweite US-Armee (Bullard) mit Hauptquartier in Toul wird für den Maas-Mosel-Abschnitt gebildet. Das AEF hält den Rekord von 163 Kilometer Frontlinie.

Südfronten

Serbien: Nach 275 Kiometer Vormarsch in 25 Tagen erobern die Serben Nis von deutschen Truppen zurück, die sich in der Nacht vom 9./10. Oktober nach Krusevac und Knjazevac zurückziehen. Feldmarschall Kovess wird zum deutsch-österreich-ungarischen Oberbefehlshaber auf dem Balkan mit Hauptquartier in Belgrad gemacht und entscheidet sich für einen Rückzug hinter die Donau und Save.
Bulgarien: Die britische 26. Division erreicht Livunovo (Struma-Tal) im Vormarsch auf Radomir.
Italienische Front: 21 Divisionen, 1.600 Geschütze, 500 Mörser und 2,4 Millionen Granaten sind seit dem 25. September zur Offensive bereitgestellt worden.

Seekrieg

Ägäis: Das Küsten-U-Boot UB 48 (Steinbauer) torpediert das französische Schlachtschiff Voltaire in der Nacht vom 10. zum 11. Oktober bei Cerigotto.
Irische See: Das irische Paketschiff Leinster sinkt zwischen Kingstown und Holyhead durch ein U-Boot bei schwerer See (176 Tote). Der Frachter Dundalk wird dort am 20. Oktober torpediert.
Deutschland: Der Kaiser und die neue liberale Reichsregierung fordern, dass die Marine die U-Boot-Angriffe auf Passagierschiffe einstellt, ‘da jeder Vorfall, der die Friedensverhandlungen stören könnte, unter allen Umständen vermieden werden soll.’ Scheer antwortet, dass die Marine ihre ‘vollständige Loyalität’ zeigen wird, indem sie alle U-Boote zurückruft, welche Handelskrieg führen.

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